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Er brachte Rock'n'Roll nach Deutschland

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Den Hüftschwung beherrscht Kraus noch heute.

MÜNCHEN. Peter Kraus hat in seinem langen Entertainerleben viele Etiketten verpasst bekommen: Den deutschen Elvis und den ewigen Sonnyboy haben ihn die Medien genannt. Weniger wohlwollende Kritiker bezeichneten ihn als Heulboje. Kraus schmunzelt, wenn man ihm diese Bezeichnungen vorhält. „Ich bin der Mann, der den Rock'n' Roll nach Deutschland brachte“, sagt der einstige Star der deutschen Jugend, der morgen 65 Jahre alt wird.

Fast fünf Jahre lang war Kraus Ende der 50er Jahre der unumstrittene Star aller Teenager-Blätter. Bevor er auf der Bühne als Rockidol bekreischt wurde, stand er 1953 als 14-Jähriger im Kinderfilmklassiker „Das fliegende Klassenzimmer“ vor der Kamera. Der Durchbruch als Rockidol kam als 17-Jähriger über Nacht. Auf dem Höhepunkt der Karriere bekam er an manchen Tagen 1000 Verehrerbriefe. Allein in den ersten vier Jahren nach seinem kometenhaften Aufstieg brachte Kraus knapp 40 Schlager heraus.

Wenn Peter Kraus heute an diese Zeit zurückdenkt, wird er nachdenklich: „Damals im Rampenlicht zu stehen, das war anstrengender als heute.“ Als Kraus' steile Karriere mit dem Aufkommen der Beatles, der Rolling Stones und The Who ein jähes Ende nahm, ging er nach Wien, um Theater zu spielen. Er habe diese Veränderung damals nicht als Schock empfunden, sondern als willkommene Pause. „Nur das Zurückkommen habe ich mir einfacher vorgestellt.“

Doch Kraus kam zurück: als Theater-Schauspieler, als Entertainer, Regisseur, Moderator und als Star in 26 Filmen. Die große Liebe fand er mit seiner Frau Ingrid, einem ehemaligen Fotomodell. Seit 35 Jahren sind sie ein Paar. Die Familie mit Sohn Mike und Stieftochter Gaby, die mittlerweile verstorben ist, zog nach Lugano, wo sie noch heute lebt.

Auf die Konzertbühne wird das einstige Jugendidol im nächsten Jahr zurückkehren. Wie in den zurückliegenden Jahren werden dann im Publikum wieder Teenies und Omis vereint zu finden sein. (ap)