GUMMERSBACH. Selbst Joachim Finklenburg, bei öffentlichen Auftritten nicht bekannt für enthusiastische Gemütsregungen, geriet ins Schwärmen. Es sei wirklich erstaunlich, dass ein Mensch so viel wissen kann, wunderte sich der Verwaltungschef des Gummersbacher Kreiskrankenhauses. Die Rede war vom neuen Chefarzt der Bauch-, Brustkorb- und Gefäßchirurgie, Privat-Dozent Dr. Stefan Saad. Der hatte schon als zweiter unter zwölf Kandidaten in einer persönlichen Vorstellungsrunde einen so guten Eindruck gemacht, dass Finklenburgs Stellvertreter meinte: Wir können aufhören; der isses!
Und Saad wurde es schließlich auch. Am Mittwochabend wurde der 47-Jährige im Rahmen eines Fachsymposiums im Krankenhaus offiziell als Nachfolger von Chefarzt Dr. Karl-Ullrich Hardt vorgestellt, der nach 23 Jahren am Klinikum Gummersbach in den Ruhestand verabschiedet wurde.
Saad wurde in Wuppertal geboren, studierte in Aachen und Köln nicht nur Humanmedizin, sondern nebenher auch Politik, Geschichte und Philosophie. 1986 erhielt er die Approbation als Arzt, und wechselte 1989 nach erfolgreicher Promotion und Auszeichnung mit dem Universitätspreis für die beste Dissertation als Assistenzarzt ans Klinikum Köln-Merheim. Nach zweijährigen Auslandsaufenthalt in Japan kehrte er 1998 nach Merheim zurück. 2001 folgten Habilitation und Verleihung der universitären Lehrbefugnis. Als Oberarzt für Viszeral-, Gefäß und Transplantationschirurgie lag der Schwerpunkt seiner klinischen Arbeit zuletzt unter anderem in der onkologischen Chirurgie einschließlich Transplantationen. Saad ist Spezialist für minimal-invasive chirurgische Eingriffe und die Behandlung besonders schwerer Fälle von Fettsucht. Kurz gesagt: Das Gummersbacher Krankenhaus hat mit Saad eine echte Kapazität für sich gewinnen können. Er hat Feuer in den Augen und er wird sich immer wieder weiterentwickeln - er passt hier rein, fasste Finklenburg zusammen.
Saad übernimmt eine hochmoderne Abteilung in einem Krankenhaus der regionalen Spitzenversorgung. Als sein Vorgänger Dr. Karl-Ullrich Hardt vor 23 Jahren seinen Posten antrat, umfasste die chirurgische Abteilung im Krankenhaus Gummersbach, das damals noch an der Brückenstraße stand, gerade mal sechs Betten. Hardt machte daraus im Klinikneubau in der Berstig eine über die Grenzen Oberbergs hinaus renommierte chirurgische Fachabteilung.
Unter seiner Führung wurden größere Bauch-OP in Gummersbach durchgeführt. Minimal-invasive Eingriffe wurde dank Hardt schon früh in Gummersbach eingeführt. Unter seiner Leitung wurden rund 55 000 Patienten versorgt.