KERPEN-BALKHAUSEN. Sein goldenes Jubiläum im Priesteramt kann Pfarrer Hubert Köllen in diesen Tagen feiern. Der aus Kerpen-Balkhausen stammende Köllen wurde am 11. Februar 1960 im Kölner Dom von Kardinal Josef Frings zum Priester geweiht.
Hubert Köllen wurde 1932 als ältestes von sieben Geschwistern geboren und sollte eigentlich den elterlichen Bauernhof übernehmen. Eine Initialzündung dafür, dass er dann doch das Theologiestudium vorzog, gab es nicht. Ich hatte keine Engelserscheinung, wiegelt er mit seinem stillen, herzlichen Humor ab. Sein Abitur machte Köllen vor dem Studium am Bergheimer Erftgymnasium, wo er täglich mit dem Fahrrad vom Bahnhof Horrem aus hinfuhr. Einen Zug nach Bergheim gab es da noch nicht. Und auch bei Schulbüchern war 1945 Fehlanzeige, schildert er die Nachkriegsjahre. Nach der Schule rief täglich die Arbeit in der Landwirtschaft. Sein Vater hatte zwar schon früh einen Traktor angeschafft, jedoch keinen Führerschein.
Als Priester war Köllen zunächst Kaplan in Lintorf, danach elf Jahre lang als Religionslehrer und Spiritual bei einer christlichen Berufsschule und am Bonner Priesterseminar. Danach bat er um Versetzung in eine Pfarrei. Um die vakante Stelle in Bergheim rissen sich die Kollegen nicht eben, da es dort sehr arbeitsintensiv das kirchliche Maria-Hilf-Krankenhaus zu leiten galt. Erzbischof Josef Höffner bat ihn mit Erfolg, den Dienst dort anzutreten. Zwischen den Interessengruppen im Krankenhaus zu vermitteln verlangte eine Menge Fingerspitzengefühl, erinnert Köllen sich an die 14 Jahre an St. Remigius. Auch die Sanierung der berggeschädigten Pfarrkirche kostete viel Einsatz. Sein umtriebiges Organisationstalent verhalf der bekannten Bergheimer Pietà zu schwunghafter Verbreitung. Köllen ließ die Figur der Schmerzhaften Mutter Gottes vom Kloster Bethlehem in Kevelaer mehrfach nachbilden, auch für Kirchen in Ostdeutschland. Eine Kopie hatte auch der Berliner und spätere Kölner Erzbischof Joachim Meißner bekommen. Bei einem nachfolgenden Treffen in Berlin begrüßte Meißner ihn mit einem freudigen Sie sind doch der Pastor von dem Original.
In seine Bergheimer Zeit fällt auch seine Teilnahme am Gymnicher Ritt, bei dem er zehn Jahre lang die Monstranz zu Pferd bei der Prozession trug.
Ab 1989 ließ Köllen es etwas ruhiger angehen und betreute fortan die kleineren Pfarreien in Sinthern und Geyen, ging dann wegen Krankheit 1996 in den Ruhestand als Subsidiar nach Rheinbach und kam 1999 als Heimseelsorger ins St.-Elisabeth-Seniorenzentrum nach Frechen-Königsdorf. Dort betreut er mit 110 Bewohnern, 140 Angestellten und vielen Angehörigen fast 500 Seelen, mehr als mancher Pfarrer, scherzt er. Nicht selten tauft oder traut er Kinder, Enkel oder Urenkel, die von den Hausbewohnern an ihn verwiesen wurden. Regelmäßig liest er auch Messen im Seniorenheim, und wenn die vier indischen Ordensschwestern des Hauses Frühschicht haben, feiert er auch oft abends eine Tischmesse in seinem Wohnzimmer.
Weil der Jahrestag seiner Weihe in diesem Jahr auf Weiberfastnacht fiel, hat er die Feier auf den kommenden Sonntag, 21. Februar, verlegt. In seinem Heimatort Balkhausen wird er um 9.30 Uhr mit Kreisdechant Achim Brenneke und vielen Weggefährten die Messe feiern. Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim wird sein Schwager Reinhold Louis zwei Filme zeigen, die die Jugendzeit und den priesterlichen Weg Köllens dokumentieren.
Anstelle von Geschenken bittet Pastor Hubert Köllen um Spenden für vier Missionsprojekte ihm nahe stehender Geistlicher in Südamerika und Afrika.