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Ermittlungen gegen Kölns Amtsapothekerin

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Eigentlich ist es ihre Aufgabe, zu kontrollieren, ob in den rund 300 Apotheken der Stadt alle rechtlichen Bestimmungen eingehalten werden. Jetzt aber steht Kölns Amtsapothekerin selbst im Mittelpunkt umfänglicher Überprüfungen: Gegen die langjährige Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Vorteilsannahme. Am Donnerstag durchsuchte sie Räume des Gesundheitsamtes und beschlagnahmte Unterlagen der 58-Jährigen.

Aktiv geworden war die Staatsanwaltschaft aufgrund einer anonymen Anzeige vom März 2005. Darin heißt es, dass die Apothekerin im Rahmen ihrer Tätigkeit von einer Pharmafirma einen Geldbetrag für eine Gefälligkeit erhalten haben soll. Weil für die Ermittlungen auch alte Unterlagen wie Rechnungen und steuerliche Vorgänge gebraucht würden, sei die Durchsuchung erfolgt, so der Sprecher der Staatsanwalt, Günther Feld.

Bereits 2001 und 2002 gab es gegen die Frau zwei inhaltlich fast identische anonyme Anzeigen. Die Ermittlungen seien aber vor drei Jahren eingestellt worden, teilte Verteidiger Joachim Wüst gestern mit.

Im Gesundheitsamt ist die Bestürzung über die Vorwürfe groß. Die Mitarbeiterin sei aufgefordert worden, gegenüber der Stadt Stellung zu nehmen, erklärte Gesundheitsamts-Chef Dr. Jan Leidel gestern auf Anfrage. Von diesen Aussagen hänge das weitere Vorgehen ab. Die Apothekerin, die gemeinsam mit ihrem Sohn auch noch eine Beratungsfirma für Apotheken betreibt, bleibe weiter an ihrem Arbeitsplatz, werde aber von bestimmten Aufgaben fern gehalten. Leidel bestätigte, dass die städtische Angestellte eine Nebentätigkeitsgenehmigung hatte. „Ob die Genehmigung aber das abdeckt, was sie tat, muss geprüft werden.“

In Apothekerkreisen ist die Frau, die seit 17 Jahren in Diensten der Stadt steht, nicht unumstritten. Sie habe im Vergleich zu anderen Regionen deutlich höhere Bußgelder verteilt, heißt es. Darüber hinaus habe sie über ihre Firma kostenpflichtige Seminare, etwa zu Zertifizierungen oder Arbeitsschutz für Apotheken, angeboten. Sie soll sogar Apotheken gegen Honorar beraten haben, die sie später als Amtsperson kontrollieren musste.

Diese Seminare hätten ausschließlich in anderen deutschen Städten und an Wochenenden stattgefunden, „um nicht mit der Amtstätigkeit in Kollision zu geraten“, betonte dagegen Verteidiger Wüst. Seminare und Vorträge ebenso wie Vergütungen seien der Stadt ordnungsgemäß angezeigt worden. „Hier wird Rufmord betrieben.“