BERGISCH GLADBACH – „Die Erwartungen der Patienten wachsen“, da ist Professor Bernhard Liedtke ganz sicher. Und deshalb ist für den ärztlichen Direktor des Evangelischen Krankenhauses in Bergisch Gladbach (EvK) die Neugestaltung der Krankenzimmer ein „überaus wichtiger Schritt in die Zukunft“. Ganz zu schweigen davon, dass die Atmosphäre im Krankenzimmer aktiv zum Genesungsprozess beiträgt. Also: weg vom klinischen Weiß, hin zu warmem Holz und Pastellfarben.
Zwei Jahre haben die Baumaßnahmen am EvK gedauert, bei denen für rund drei Millionen Euro Zimmer, Flure, Fenster, Böden und Wände saniert und neu gestaltet worden sind. Auf rund 1500 Quadratmetern wurden Leitungen und Rohre neu verlegt. 560 000 Euro für die Aufwendungen stammen aus dem Konjunkturpaket II, den Rest bestritt das EvK aus eigenen Rücklagen und Zuwendungen des Trägers.
Besonders stolz sind Betriebsleiter Thomas Giebeler und Architekt Klaus Zimmer darauf, „dass die Umbauten sehr rücksichtsvoll abgelaufen sind“ (Giebeler). So seien die Handwerker mit ihrem Material durchs Fenster gekommen, wo es ging, „damit wir keinen Schutt und Staub in den Gängen hatten“.
Erschlossen wurden die Etagen durch einen äußeren Treppenhausturm. „Natürlich geht so etwas nicht ohne Belästigung für Patienten und Ärzte ab“, gibt Prof. Liedtke zu. Aber selbst aus Sicht seiner besonders sensiblen Patienten auf der Geburtshilfe-Station sei alles ziemlich glatt gegangen. Auch Klinikchef Dr. Harald Januschewski ist froh, dass das EvK durch das neue „Hotelzimmerniveau“ jetzt noch mehr punkten kann im Werben um die „immer anspruchsvoller werdenden Patienten“ (Liedtke).
Wichtig war deshalb auch der flächendeckende Einbau von Nasszellen in den 47 renovierten Patientenzimmern. „80 Prozent unserer Zimmer sind jetzt mit barrierefreiem Bad ausgestattet“, rechnet Januschewski vor. Je zwei Patienten teilen sich die geräumige „Nasszelle“. „Dies ist ein immenser Gewinn an Intimsphäre“, ergänzt Pflegedienstleiter Thomas Stokowy. Demnächst sollen die restlichen Zimmer renoviert werden.
Insgesamt sieht Klinikchef Dr. Januschewski das EvK „gut aufgestellt“ mit seinem verbesserten Unterbringungs-Standard. Vor kurzem wurde die noble Hotelklinik für Privatpatienten in Betrieb genommen, die auf dem fünften und sechsten Stock des EvK aufgesattelt wurde. Auch die Psychiatrie wurde vergrößert und verfügt jetzt im Haupthaus über eine gerontopsychiatrische Abteilung.