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FacharbeitZitieren statt abschreiben

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Abschreiben ist auch bei der Facharbeit nicht erlaubt. (Symbolbild: dpa)

Einfach abtippen gilt nicht, bei Doktorarbeiten genauso wenig wie bei den Facharbeiten, an denen zurzeit die Schüler der zwölften Klassen sitzen.

Sie sollen dabei das wissenschaftliche Arbeiten lernen - und dazu gehören auch die Regeln für korrektes Zitieren. Monika Kirfel, Studiendirektorin am Kölner Georg-Büchner-Gymnasium ist in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft für die Gymnasien zuständig und erklärt, was als Plagiat gilt. Die aktuelle Diskussion um Karl-Theodor zu Guttenberg passt den Pädagogen ganz gut: „Ein deutliches Beispiel, das den Schülern zeigt, welche Konsequenzen so etwas haben kann“

Was gilt im Rahmen einer Facharbeit als Plagiat?

Ein Plagiat ist eine Arbeit, wenn sie gänzlich von einem anderen Autoren übernommen wurde. „Ein komplettes Plagiat haben wir aber noch nicht vorgelegt bekommen“, sagt Kirfel. Auch beim Zitieren von kürzeren Passagen gelten für Facharbeiten die gleichen Regeln wie für wissenschaftliche Arbeiten: Jeder fremde Gedanke, der nicht als solcher gekennzeichnet wird, ist Diebstahl geistigen Eigentums.

Und der ist nicht nur bei Doktor-, sondern auch schon bei Facharbeiten gänzlich verboten. Deshalb müssen Schüler hinterher unterschreiben, dass sie die Arbeit selbst angefertigt und alle Fremdideen gekennzeichnet haben.

Wie müssen Zitate ausgewiesen werden?

Wörtliche Zitate aus anderen Texten müssen mit Anführungsstrichen und einem Hinweis auf die Quelle - in einer Fußnote oder in Klammern im Text - versehen werden.

Darin: Autor des Originals, Titel des Werkes, Erscheinungsort, Erscheinungsjahr und die Seite, der das Zitat entnommen wurde. Sinngemäße Zitate, also Gedanken aus anderen Texten, die in eigene Worte gefasst werden, erhalten den Hinweis „entsprechend bei“ oder „vergleiche“ und ebenfalls eine genaue Quellenangabe. Grundsätzlich dürfen Textstellen, Gedanken und Ideen durchaus übernommen werden - gerade von Schülern, die, anders als Doktoranden, nichts substanziell Neues entwickeln müssen. „Wir erklären aber sehr deutlich, dass reines Abschreiben eine Form von Betrug ist - vielen Schülern ist das ja bis dahin gar nicht bewusst“, sagt Kirfel.

Wie hoch ist das Risiko, erwischt zu werden?

Sehr hoch. „Lehrer merken sehr schnell, wenn der Sprachstil nicht dem des Schülers entspricht und können die entsprechenden Textstellen per Google schnell im Internet finden“, sagt Kirfel.

Zudem nutzen heute viele Schulen - genau wie die Universitäten - Computerprogramme, die nach verdächtigen Textstellen durchsuchen.

Was passiert, wenn das Abschreiben auffliegt?

Nicht gekennzeichnete Zitate in Facharbeiten werden genauso behandelt wie Spickzettel oder Abschreiben beim Nachbarn bei Klassenarbeiten und Klausuren: Als Betrugsversuch. „In allen diesen Fällen werden fremde Gedanken als eigene ausgegeben“, sagt Monika Kirfel. Wenn das wesentliche Teile der Arbeit betrifft, gilt die Leistung als nicht erbracht und die Arbeit bekommt die Note „ungenügend“. Sind nur kleinere Teile betroffen, können diese aus der Wertung hinausgenommen werden, was ebenfalls auf einen Punktabzug hinausläuft. Die Entscheidung darüber, wie weit der Betrug im Einzelfall geht, trifft der Fachlehrer. Zusätzlich droht dem Schüler ein Tadel oder ein Disziplinarverfahren.

Darf ich Gedanken aus Gelesenem übernehmen?

„Da sollte man sich nicht zu viele Sorgen machen“, sagt Monika Kirfel. Da die Idee wahrscheinlich nicht wörtlich übernommen wird, finden die Suchmaschinen sie nicht, und bei sehr ungewöhnlichen Gedanken „weiß man doch noch, wo man sie gelesen hat“.

Letztlich sei es eine Frage der Vorbereitung durch den Lehrer, so etwas zu vermeiden: „Schüler sollten lernen, sich beim Lesen von Texten Notizen zu machen und dabei gleich dazuzuschreiben, aus welchem Text sie stammen.“