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Fleißige HelferDer Ortsgeschichte auf der Spur

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Ein hochmotiviertes Team:Freiwillig und ehrenamtlich opfern diese Helfer ihre Freizeit für die Freilegung der alten Pulvermühle.

HERRENSTRUNDEN – Es herrscht so etwas wie Goldgräberstimmung an der Strunde. Männer und Frauen mit Äxten, Spaten und Rechen pflügen den Boden um, kehren Laub zusammen und stapeln haufenweise Holz.

Nach Gold wird hier nicht gegraben, wertvoll ist der Fund dennoch. Im Rahmen des Regionale 2010-Projektes „RegionGrün – Entlang der Strunde“ legten an diesem frühen Vormittag fleißige Menschen, Mitglieder des „Vereins für Landschaft und Geschichte“, das Bodendenkmal einer alten Pulvermühle in der Nähe von Gut Schiff frei.Barbara Runte ist schon seit den Morgenstunden fleißig bei der Sache. Mit den Händen befreit sie den einstigen Radkasten der Mühle von Gehölz und Laub. „Das ist wichtig, damit sich hier kein neuer Humus bildet und das Ganze dann wieder in fünf Jahren wieder zuwachst“, erklärt Runte.

Schließlich soll das Mühlendenkmal auch noch in fünf Jahren zu sehen sein. Auch der 83-jährige Ernst-Otto Zollweg ist mit der Axt unterwegs, um Jungbäume zu schlagen, die das Denkmal gefährden könnten. „Kein Problem, so was mache ich nicht zum ersten Mal“, erklärt Zollweg.

Diplom-Geologe Randolf Link hatbeim Freilegen sogar einige Schiefertafeln entdeckt, was wiederum neue Erkenntnisse über die alte Mühle bringt. „Das weist daraufhin, dass ein Teil der Mühle verschiefert war“, erklärt Link.Thomas Klostermann, Projektleiter bei Stadtgrün, freut sich über die vielen fleißigen Helfer. „Müssten wir diese Aktion mit bezahlten Helfern stundenweise abrechnen, würde uns das mehrere tausend Euro kosten“, erklärt Klostermann.

Alles wirdstreng nach den Vorgaben der Bodendenkmalpflege umgesetzt. Deshalb passiert alles in Handarbeit.Bereits im November vergangenen Jahres waren mehrere Bäume vorab gefällt worden, die sonst das Mauerwerk weiter beschädigt hätten. „Eine Buche lag sogar schräg über der Mühle“, erzählt Klostermann.Allmählich werden immer mehr Konturen sichtbar.

Der Torso lässtahnen, dass das einstige Staubmühlchen als einziges noch in Resten erhalten ist. Die freigelegte Pulvermühle gehörte einst zu einem Komplex von vier Mühlen, die sich auf dem Gut Schiff verteilten. Anfang des 20. Jahrhunderts besaß die Schwarzpulverproduktion im Strundetal überregionale Bedeutung.

Pulvermühlen gingenvor 100 Jahren unter

Es war der Kölner Kaufmann Wilhelm Josef Wecus, damaliger Besitzer der Locher Mühle, der im Jahre 1761 das Schiffer Gut kaufte. Ein Jahr später beantragte Wecus die Konzession zum Bau einer ersten Pulvermühle. Durch den im feuchten Strundetal häufig vorkommenden Faulbaum war genügend Rohmaterial für eine umfangreiche Schwarzpulverproduktion vorhanden.

Nach dem Bau der ersten Mühle entstand dann westlich des Gutes das kleinere Staubmühlchen. Um das Jahr 1850 gingen beide Pulvermühlen in den Besitz von Theodor Eyberg. Das Unternehmen expandierte und es entstanden zwei weitere Mühlen. Vor allem Jagdpulver wurde hier erfolgreich produziert.

Der Boom endete schließlich mit der Entwicklung moderner Sprengstoffe. Im Jahre 1910 wurde der Betrieb eingestellt und die Mühlen verschwanden langsam aus dem Strundetal. Nur das Staubmühlchen ist durch die Grundmauern, den Schutzwall und das Bachbett der abgeleiteten Strunde noch erkennbar.Allerdings bisher nicht vom Wanderweg aus, was sich aber bald ändern soll.

Das Projekt sieht Holzstufen vor, die vom Wanderweg hinauf auf die Wallkuppe führen. Eine Infotafel wird Wanderer und Besucher über die Geschichte und Funktionsweise der Pulvermühlen informieren.Im Mai stabilisiert eine Fachfirma noch lose oder herausgebrochene Mauersteine mit Kalkmörtel.

Wenn alles wie vorgesehen klappt, soll das Bodendenkmal ab Sommer dieses Jahres erlebbar sein.