KÖLN – Jedes Segment ist ein Kunstwerk, und so konnten gestern alle Spender mit stolz geschwellter Brust nach Hause fahren. Im Arm ein Bild jenes Fensterausschnitts aus St.Andreas, den der international bekannte Künstler Professor Markus Lüpertz gestaltet und den sie gestiftet haben. Weit über eine Million Euro sind inzwischen in die großartigen Lüpertz-Fenster der kleinen Romanischen Kirche an der Komödienstraße geflossen und die zwölf Spender, die gestern geehrt wurden, haben ihren Teil dazu beigetragen.
Der Rahmen konnte kaum besser gewählt sein: Im Glasmalerei-Raum des Museum Schnütgen überreichte Helmut Haumann, Vorsitzender des Fördervereins Romanische Kirchen, jedem eine von Lüpertz signierte Darstellung des jeweiligen Fensterteils. Vereinsgeschäftsführerin Margrit Jüsten-Mertens hatte die Segmente scannen und anschließend drucken und rahmen lassen. 4800 Eurobetrug die Spende für ein Fensterteil, alle zusammen bilden das „Ährenfenster“ im Machabäerchor.So ehrte Haumann Marita Steinbüchel, Lebensgefährtin von Dr. Günter Heidecke, dem inzwischen verstorbenen langjährigen Vereinsvorsitzenden, der sich zu seinem 85. Geburtstag statt Geschenken Spenden für St. Andreas gewünscht hatte. Während einer Kirchenführung hatte sich Karin Klein spontan eine Spende angeboten, und sie und ihr Mann stifteten ein kleines Engelfenster im Marienchor.
Anlässlich ihrer Hochzeit entschlossen sich Gisela Mirja Braun-Tolksdorf und Dr. Norbert Tolksdorf zu einer Spende quasi zur „Völkerverständigung“, denn sie kommt aus Köln, und er ist Düsseldorfer. Susanne Keiter gehörte nach Heidecke zu den ersten im Förderverein, auch sie nahm das Bild eines Segments entgegen, ebenso wie Professor Henrik Hanstein, Chef des Kunsthauses Lempertz, Manfred Klapper oder Marion und Claude Ehlen. Gespendet haben auch die 50 Mitglieder der Komturei Münster des Ritterordens vom Heiligen Grab von Jerusalem. Haumann erinnerte daran, dass nun zwölfFenster in St. Andreas von Lüpertz gestaltet wurden, „auf die wir alle in Köln sehr stolz sind“. Man habe überlegt, auch die sieben Fenster im Mittelschiff in Lüpertz Hände zu geben.
„Aber darüber sind wir noch in Gesprächen mit den Mitgliedern der Pfarrgemeinde. Professor Lüpertz hat sich dazu bereit erklärt“, sagte Haumann.
