RÖSRATH. Frischen Wind in altes Fachwerk wünscht sich die Stadt Rösrath. In den Lindenhof in Hoffnungsthal können sich jetzt nach einem Beschluss des Planungsausschusses die Sanierer einnisten. Auch das Fachwerkhaus an der Ecke Haupt- / Bahnhofsstraße in Hoffnungsthal soll jetzt besseren Zeiten entgegensehen - Pläne werden bereits erarbeitet.
Ob auch der Forsbacher Hof, in dem vor einigen Jahren das letzte Steak gegrillt wurde, jetzt vor dem endgültigen Verfall gerettet werden kann, ist noch offen. Ein Hoffnungsschimmer: Ein Investor aus Erkelenz prüft zurzeit, wie man das Objekt nutzen kann.
Marode Anbauten
sollen abgerissen werden
Im Jahre 1910 wurde der Gasthof Lindenhof erbaut und über viele Jahre als Hotel-Restaurant betrieben. Die Lage mit dem reizvollen Baumbestand galt als exponiert und wurde gerne mit der Gartengastronomie als Ausflugsgaststätte besucht. In den 80ern klebten die Besitzer eine Kegelbahn ans Haus, es folgten verschiedene Umbauten in sehr schlichter Ausführung, so die Stadtverwaltung. 2001 war Schluss mit der Gastronomie im Lindenhof. Weil er dann lange Zeit leer stand, drohte das inzwischen unter Denkmalschutz gestellte Haus zunehmend zu verfallen.
Im Jahr 2007 wechselte der Besitzer. Sein Ziel: Erhaltung der Gebäudesubstanz und Umbau in Senioren-Wohnungen innerhalb einer denkmalgerechten Sanierung. Die maroden Anbauten, die Toiletten und die Kegelbahn sollen abgerissen werden. Aus Brandschutzgründen muss ein neues massives Treppenhaus errichtet werden. Drei Etagen hoch sollen jeweils 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen entstehen: elf barrierefreie Wohnungen zwischen 42 und 67 Quadratmeter.
Das Erscheinungsbild des neuen Lindenhofes soll sich an dem ursprünglichen Bestand orientieren. Ein Anbau (mit Aufzug) wird gelenkartig mit einer deutlichen Trennung im Dachbereich an den Altbau angegliedert.
Der Planungsausschuss votierte einstimmig für den Umbau des Lindenhofes auf dem 2676 Quadratmeter großen Grundstück, nachdem zwischenzeitlich auch andere Lösungen wie Hotel und Tagungsstätte im Gespräch gewesen sind. Alles erwies sich als nicht tragfähig. CDU und SPD hatten dabei aber ein wenig Bauchschmerzen mit der angepassten Form des neuen Baukörpers. Dennoch sei die Beseitigung eines negativen Aushängeschildes besser als ein völlig verfallender Lindenhof, so Erhard Füsser (CDU).
Nach Informationen der Stadt soll derweil das Fachwerkhaus an der Ecke Bahnhofstraße (Hoffnungsthaler Getränkehandel) von einer Firma aus dem Süddeutschen für Wohnzwecke saniert werden. Michael Tack hat das Gebäude von seinem Schwiegervater gekauft. Seitdem konferiert er mit der Denkmalpflege. Ein konkreter Bauantrag liegt der Stadt aber noch nicht vor. Ein jahrelanges Tauziehen um das Denkmal soll endlich seinen Abschluss finden.
In Sachen Forsbacher Hof hat es noch keinen Besitzerwechsel gegeben. Zurzeit laufen Untersuchungen, so die Stadt, ob sich Sanierung, Nutzung und Anbauten wirtschaftlich darstellen lassen.