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Fröling meldet Konkurs an

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UNTERESCHBACH. Die Bemühungen der Fröling-Chefetage, den angeschlagenen Heizsysteme-Hersteller mit einem neuen Investor aus der Krise zu ziehen, sind gescheitert. Gestern meldete das Unternehmen Insolvenz an. „Die intensive Suche nach einem strategischen Partner oder einem Investor konnte leider kurzfristig nicht erfolgreich abgeschlossen werden“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. „Die Geschäftsführung hat sich daher heute entschließen müssen, trotz voller Auftragsbücher, das Insolvenzverfahren einzuleiten.“ Dieser Schritt werde von allen Beteiligten bedauert. Die Geschäftsführung gehe aber davon aus, „dass der allgemeine Geschäftsbetrieb unter Leitung des Insolvenzverwalters weitergeführt wird, so dass Leistungen und Lieferungen wie gewohnt abgewickelt werden können.“ Die Gespräche mit „strategischen Partnern und interessierten Investoren“ seien aus Fröling-Sicht „erfolgversprechend“. Trotz des Insolvenzverfahrens wolle das Unternehmen „die Weichen in eine positive Zukunft“ stellen.

220 Arbeitsplätze stehen nun auf dem Spiel. „Fassungslos“ nahm IG-Metall-Gewerkschaftssekretär Michael Finke die Nachricht auf. „Es ist kaum zu glauben, dass in einem Familienunternehmen mit guter Auftragslage nur wegen einer momentanen Liquiditätskrise so viele Arbeitsplätze gefährdet worden sind.“

Finke hofft nun auf einen „vernünftigen Insolvenzverwalter, damit bei Fröling wieder Leben reinkommt.“ Er ist sich sicher: „Bei dem Unternehmen kann sich ein Insolvenzverwalter ordentlich Lametta auf den Schultern verdienen.“ Noch am Wochenende hatte dem Vernehmen nach ein weiterer Investor Interesse an einer Beteiligung angemeldet und Einblick in die Bücher genommen.

Auch der Betriebsrat wollte gestern erst eine Stellungnahme der Firmenspitze abwarten, um gegebenfalls heute Protestaktionen zu starten.

Bereits vor zwei Wochen hatte die Fröling-Belegschaft vor dem Bensberger Haus von Dr. Heiner Fröling demonstriert, der ebenso wie Johanna Fröling und der geschäftsführende Gesellschafter Gerhard Weller Anteile an Fröling Untereschbach besitzt. Streitigkeiten zwischen den Gesellschaftern über die Unternehmenspolitik sollen der Grund für die Krise sein.

„Wir waren doch mal deine Familie“, malten die Belegschafter am 9. Mai auf ihre Protestplakate, die überwiegend gegen Dr. Heiner Fröling, einen der drei Fröling-Gesellschafter, gerichtet waren. Über 150 Mitarbeiter des angeschlagenen Anlagenbauers waren mit den Protesttafeln losgezogen.

Von „bestehenden Unstimmigkeiten zwischen dem heutigen geschäftsführenden Gesellschafter Gerhard Weller und Dr. Heiner Fröling über die Unternehmenspolitik“ war die Rede.

Dem Vernehmen nach sollten die Banken als Geldgeber des „bisweilen klammen Familienunternehmens höhere Gesellschaftereinlagen gefordert haben“. Ein Teil der Gesellschafter sei dazu jedoch nicht bereit gewesen, hieß es.