URFEY – Ob der 58-jährige Mann aus Mechernich wirklich auf der Suche nach solch einem „Schatz“ war? Sicher ist, dass er laut Polizei am Dienstagnachmittag mit einem Metalldetektor ein Waldstück bei Urfey (Weyerer Wald) absuchte. Als sein Detektor anschlug, fing er an, nach der Ursache zu graben. Der „Schatzsucher“ habe die Aktion jedoch abgebrochen und sei am Mittwochnachmittag gegen 16 Uhr mit vier Bekannten an die „Grabungsstätte“ zurückgekehrt, teilte die Euskirchener Polizei gestern mit. Gemeinsam gruben sie teilweise ein Maschinengewehr aus dem Zweiten Weltkrieg aus. Bei ihrer Arbeit wurden sie durch den zuständigen Förster entdeckt. Schließlich wurde der Kampfmittelräumdienst verständigt.
Deren Spezialisten legten nach Auskunft einer Sprecherin der verantwortlichen Düsseldorfer Bezirksregierung die Waffe dann komplett frei. Zum Fabrikat oder zur Herkunft – deutsche oder alliierte Waffe – konnte sie keine Angaben machen. „Das Maschinengewehr befindet sich derzeit bei uns im Zwischenlager und soll später vernichtet werden“, so die Sprecherin weiter.
„Der Fund verwundert mich gar nicht“, sagte Peter Wassong, Ortsvorsteher von Weyer und Urfey, gestern der Rundschau. Von Urfey zögen sich drei hintereinander liegende Schützengräben den Brehberg herauf – als Teil des Westwalls. Nach der Schlacht im Hürtgenwald hätten sich die Deutschen in diese Schützengräben zurück gezogen. „Hier haben etliche Unverbesserliche gekämpft, die meinten, das Reich noch zu retten“, so Wassong. So gebe es nahe des Brehbergs, mit 525,5 Metern laut Wassong die höchste Erhebung des Stadtgebiets Mechernich, zahlreiche Bombentrichter. Außerdem seien dort zwei alliierte Bomber abgestürzt.
Wassong kann sich noch gut daran erinnern, dass die Überreste des Kriegs beliebte und gleichzeitig gefährliche „Spielzeuge“ für die Jugend waren. Peter Wassong: „Wir haben damals – wie man das so machte – auch Granaten ,geknackt’. Da hat heute noch der ein oder andere die Splitter von im Bein.“