Gedenkort soll an Opfer der Nationalsozialisten erinnern
Idstein – Auf dem Kalmenhof-Gelände in Idstein im Taunus soll in einem ehemaligen Krankenhaus eine Erinnerungsstätte für Opfer des Nationalsozialismus entstehen. Wie der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen am Freitag in Kassel mitteilte, soll im Dachgeschoss ein Gedenk- und Lernort eingerichtet werden. Die Nationalsozialisten hatten zwischen 1939 und 1945 mehr als 700 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Kalmenhof ermordet. Viele der Opfer wurden auf einem Acker hinter dem Krankenhaus verscharrt, das Gebäude war der Haupttatort.
Seit Ende der 1980er Jahre erinnert ein gemauertes Rondell neben einem etwa 250 Quadratmeter großen Gräberfeld an die Opfer des organisierten Massenmordes an seelisch leidenden, körperlich oder geistig behinderten Menschen. Aktuell betreibt der Unternehmensverbund Vitos auf dem Kalmenhof-Gelände mehrere Einrichtungen der Behinderten- und Jugendhilfe. Vitos ist eine Tochtergesellschaft des Landeswohlfahrtsverbandes.
In Idstein hatte es seit langem eine Diskussion darüber gegeben, wie mit dem ehemaligen Kalmenhof-Krankenhaus und dem Areal angemessen umgegangen werden sollte. Nach Angaben des LWV sollen für den geplanten Gedenk- und Lernort zwei aufeinander bezogene Ausstellungen im Gebäude und im Außengelände entstehen, die sich über drei historische Orte erstrecken und mit Wegen verbunden werden. Das Grabgelände neben dem ehemaligen Krankenhaus solle zu einer Gedenklandschaft werden.
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