MARIAWALD. Die Ingredienzen will der 61-jährige Paul-Josef Stupp natürlich nicht verraten. Auf jeden Fall findet sich in seinem Extrakt für den Mariawalder Klosterlikör Safran. Für ein Kilo des teuersten Gewürzes der Welt, so berichtet Wolfgang Nowak, Chef-Ökonom des Trappisten-Klosters Mariawald, mussten zuletzt über 4000 Euro bezahlt werden. Derzeit liege der Kilopreis bei rund 5000 Euro. Ein Sack einer weitere Zutat für den Klosterlikör steht im Abfüllraum der Mariawalder Likörfabrik im alten Wirtschaftsgebäude: geschnittene Angelikawurzel. Diese heilkräftige Wurzel wurde den Menschen angeblich von einem Engel (lat.: angelus) geschenkt. Angelika ist auch als Engelwurz bekannt, ein Allheilmittel gegen alle möglichen Krankheiten.
In ganz Deutschland werden die beiden Likörsorten, die Paul-Josef Stupp aus Kreuzau in der Mariawalder Klostermanufaktur herstellt, verkauft: der dunkle, 32-prozentige Original Trappisten-Abtei-Tropfen und der hellere Original Kloster-Likör, dem man den Zusatz von Safran an der Farbe ansieht. Jetzt in der vorweihnachtlichen Zeit hat Stupp alle Hände voll zu tun und sozusagen Hochkonjunktur. Beim Abfüllen hilft ihm manchmal Bruder Clemens, der hinter den Klostermauern das Bienenhaus betreut. Auch sein Honig wird von Mariawald aus vertrieben. Der Likör wird vor allem auch als Weihnachtsgeschenk geschätzt. Die hochwertigen Kräuter werden von Spezialhändlern in großen Mengen bezogen. Paul-Josef Stupp, gelernter Glasschleifer, wurde von Bruder Conrad angesprochen, ob er sich um die Likör-Fabrik kümmern wolle. 1988 stimmte er zu und wurde von Bruder Sebaldus in die Kunst der Likörherstellung eingeführt. Paul-Josef Stupp ist derzeit dabei, den Monschauer Jochen Abel anzulernen.
Das Perkolat
entsteht
In einem Tongefäß presst Paul-Josef Stupp die mit Alkohol versetzte Kräutermischungen zu dem so genannten Perkolat. Dieser Pflanzenauszug kommt zusammen mit Ethanol, Wasser und Flüssigzucker in einen Mixer. Zum Reifen wird dieses Gemisch in 1000 Liter fassenden Tonkrügen gelagert. Wie lange der Reifeprozess dauert, verrät der Meister nicht. Ist der Prozess beendet, wird der Likör gefiltert. Bis zum Abfüllen wird er in großen Behältern aufbewahrt.