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Gemälde Ein Landrat wie gemalt

Ein nicht alltägliches Geschenk: Dr. Jürgen Kaufmann vermachte das Bild seines Großvaters, Dr. Karl-Leopold Kaufmann, Landrat Günter Rosenke und dem Kreis Euskirchen. (Foto: Schwarz)

Ein nicht alltägliches Geschenk: Dr. Jürgen Kaufmann vermachte das Bild seines Großvaters, Dr. Karl-Leopold Kaufmann, Landrat Günter Rosenke und dem Kreis Euskirchen. (Foto: Schwarz)

KREIS EUSKIRCHEN – Des Landrats Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt. Aufrecht am Tisch sitzend, die Zigarre in der Hand und die Krawatte stilecht gebunden, ließ er sich malen. Sein Name: Dr. Karl-Leopold Kaufmann.

Etwa 101 Jahre später sitzt dessen heutiger Nachfolger zusammen mit Dr. Jürgen Kaufmann im Büro des Euskirchener Landrats. „Wann bekommt man schon mal was geschenkt“, freut sich Günter Rosenke. Der Enkel von Karl-Leopold war eigens von seinem Wohnort in Luxemburg angereist, um das Gemälde offiziell an den Kreis Euskirchen zu übergeben. „Dann ist er wieder zu Hause“, so der Enkel des gemalten Landrats.

22 Jahre lang - von 1909 bis 1929 - bekleidete Karl-Leopold Kaufmann das höchste Amt im Altkreis Euskirchen: „Es war die Krönung seines beruflichen Lebens.“

Kaufmann, der auch Vorsitzender des Eifelvereins war und nach dem auch der „Karl-Kaufmann-Wanderweg“ von Köln nach Tier benannt worden ist, war in einer derart aufregenden Zeit Landrat, dass seinem heutigen Nachfolger Günter Rosenke der Streit um die Finanzen wie ein laues Lüftchen vorkommen mag: Während des Ersten Weltkriegs und bis November 1919 sei sein Großvater zur Zivilverwaltung nach Belgien versetzt und 1923 durch die interalliierte Rheinlandkommission wegen passiven Widerstands gegen die Besetzung durch die Franzosen abermals für über ein Jahr ausgewiesen worden. „Dadurch“, so Dr. Jürgen Kaufmann, „musste er die Erstürmung des Landratsamts im Oktober des Jahres 1923 durch rheinische Separatisten erleben.“

Wie Lokalhistoriker Hans-Gerd Dick in einem Vortrag erklärte, habe sich Kaufmann zusammen mit seinem Kreisbaumeister Armand Bodarwé um eine preisgünstige Wasserversorgung der Landgemeinden verdient gemacht: „Ihre Bemühungen gipfelten 1908 in der Gründung der ,Verbandswasserwerks GmbH zu Euskirchen mit 29 Ortschaften von Bliesheim bis Schwerfen als Gesellschafter.“ Nach der Pensionierung 1929 zog Kaufmann nach Bonn, wo sein Vater fast 30 Jahre lang Bürgermeister und später Oberbürgermeister war. Der Enkel hat kaum Erinnerungen an den Opa, außer: „Bei seinem 80. Geburtstag spielte ich Flöte.“ Ein Jahr später, am 28. Dezember 1944, kam Karl-Leopold Kaufmann im Alter von 81 Jahren bei einem Bombenangriff ums Leben.