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Gemeinsam durch dick und dünn

2 min

WIPPERFÜRTH. Heute vor genau 50 Jahren, am 31. August 1959, haben Ingrid und Dr. Klaus Baase in Ludwigslust geheiratet. „Mein späterer Mann hat mich 1956 auf der Straße erspäht, als ich auf dem Weg zur Arbeit war“, sagt Ingrid Baase, geborene Wendt, heute. Damals war sie noch bei der Sparkasse angestellt. Ingrid Baase stammt aus Lenzen an der Elbe, das zu Brandenburg gehört, während Klaus Baase aus Niendorf / Weseldorf in Mecklenburg kommt.

Wirklich kennen gelernt haben sich Klaus und Ingrid Baase aber erst ein Jahr später, auf einer Tanzveranstaltung in der Kreisstadt Ludwigslust. „Damals war alles noch sehr konservativ, das erste Treffen blieb natürlich ohne Küsschen, Es war zwar eine herzliche Kontaktaufnahme mit ,auf-den-Fuß-treten , ich habe den Klaus sogar gesiezt“, erzählt Ingrid Baase und lacht. „Ich aber habe Ingrid gleich gedutzt, da ich mir schon sicher war, dass das die Frau meines Lebens ist“, lacht Klaus Baase.

Beide haben beim ersten Treffen Rock n Roll getanzt, was damals in der DDR offiziell verpönt war. Nach Abitur und Studium wurde Klaus Baase Arzt an einem christlichen Krankenhaus, seine Frau arbeitete als Lehrerin.

1960 kam Sohn Jörg zur Welt, der als Lehrer mit seiner Familie in Bützow lebt. 1961 folgte der zweite Sohn Uwe, der als Frauenarzt in Frankfurt am Main praktiziert. 1964 wurde Sohn Bernd geboren. Er wurde ebenfalls Gynäkologe, lebt heute auch in Wipperfürth und übernahm die Praxis seines Vaters am Kölner Tor-Platz. Sohn Jan wurde 1976 geboren und arbeitet als Urologe und Oberarzt an einem Krefelder Krankenhaus.

Die fortschreitende Militarisierung der DDR-Gesellschaft machte der Familie und vor allem dem an einem christlichen Krankenhaus beschäftigten Arzt zunehmend Probleme: Klaus Baase sollte eingezogen und als Gynäkologe zu den Grenzsoldaten nach Sachsen zwangsversetzt werden, eine reine Schikane-Maßnahme. 1982 flüchtete er unter riskanten Umständen in den Westen und fand Anstellung im Wipperfürther St. Josef-Krankenhaus: Ab dem 1. Januar 1983 arbeitete er dort als Oberarzt. 19 Monate später seine Ehefrau mit drei Söhnen nach neun Ausreiseanträgen und vielen Schikanen auch ausreisen. Der älteste Sohn blieb mit Frau und Kindern in der DDR. Ingrid Baase schulte um zur Arzthelferin und arbeitete in der 1985 eröffneten Praxis ihres Mannes am Kölner Tor-Platz.

„Wir sind sehr herzlich von den Wipperfürthern aufgenommen worden, es gab sogar Blumen“, erinnert sich Ingrid Baase. Zur Goldhochzeit gratulieren Nachbarschaft und Freund. Außerdem freut sich das Goldhochzeitspaar über den Besuche der Söhne und der sieben Enkelkinder.