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Georg Pütz' „Vogelhäuschen-TV“

3 min

In seinem Garten stehen mehrere schlichte Vogelhäuschen, ein Dompfaff pickt darin. Aber Georg Pütz ist durch Mund-zu-Mund-Propaganda in Sachen Vogel-Domizil Anlaufstelle für viele, die kein Häuschen „von der Stange“ wollen, geworden.

Georg Pütz aus Hellenthal ist leidenschaftlicher Bastler. Viele Jahre baute er kunstvolle Krippen, vorrangig aus Holz, bis Marie-Theres und Wolfgang Fischer als Inhaber des Wildgeheges Hellenthal ihn fragten, ob er nicht ein „Eichhörnchenhaus“ bauen könne. Dies war zweifelsfrei kein Problem für den gelernten Werkzeugmacher Pütz, doch damit begann auch der „Run“ auf seine kleinen Häuschen für Singvögel.

Eine kleine Plakette des „Erbauers“ an der Futterstelle der kleinen Nager wurde von vielen Besuchern des Wildgeheges wahrgenommen. „Von überall kamen plötzlich Anrufe“, erzählt Georg Pütz. „Anfragen kamen zum Beispiel aus Aachen, Düsseldorf, Trier, Siegen und sogar aus Pinneberg.“

Das „Eichhörnchen-Restaurant“ brachte ihm Aufträge, Vogelhäuser und Nistkästen zu bauen. Doch sollten diese ganz speziell sein. Der eine Kunde wünschte sich ein Abbild seines Wohnhauses als Futterstelle, der nächste fragte an, ob er einen Nistkasten im Stil einer schönen Kapelle auch mit einer Web-Cam kombinieren könne. „Es gibt Zeiten, wo ich mich vor Aufträgen kaum retten kann“, so der Hellenthaler, dem in Sachen Technik und Handwerk kaum etwas fremd ist.

Für 70 Euro

Kamera installiert

Kein Wunder: Konstruktionspläne für die verschiedensten Vogelquartiere lassen auf seinen erlernten Beruf als Werkzeugmacher Rückschlüsse zu. Ein „Metaller“ muss auch zeichnungssicher sein.

Die Anfragen nach Nistkästen mit Web-Cam sind neu, aber auch diesen Wunsch erfüllt Georg Pütz. „Es ist nicht mal teuer“, erzählt der Rentner, „die Ausrüstung kostet rund 70 Euro. Die kleine Kamera wird im Vogelhaus montiert und per Infrarot werden die Bilder auf den PC oder Fernseher übertragen.“ Die notwendige Software ist im Preis inbegriffen. Da die individuellen Anfertigungen zeitaufwändig sind, stellt sich auch die Preisfrage. Viele der liebevoll erschaffenen Vogelhäuser und Nistkästen kosten rund 120 Euro. „So wenig?“, erzählt Pütz, „ist die Rückmeldung mancher Kunden“. Dennoch: Bei Sonderwünschen können bis zu 400 Euro fällig werden. Pütz kommt ganz ohne Werbung aus. „Nach den ersten Aufträgen entwickelte sich eine Mund-zu-Mund-Propaganda.“

Manchmal kommen Vogelhäuser und Nistkästen auch zu ihm zurück. Dabei handelt es sich nicht etwa um Reklamationen, sondern um Bitten, die Häuschen, die im Laufe der Zeit verwitterten, wieder „aufzupolieren“. Im Augenblick restauriert er den „Bird-Store“, einen Saloon für hungrige Wintervögel im Western-Style. Die echte Dachpappe braucht keine Ausbesserung, das Holz bedarf eines neuen Anstrichs. „Natürlich sind es im Sinne der Vögel ungiftige Farben“, sagt Georg Pütz.

Individuelle

Präsente

Der Hellenthaler hat zwei Kinder, und sein Sohn Holger arbeitet mit ihm an einer Website fürs Internet. „Ich bin gespannt, was dann passiert“, lächelt Pütz, „wenn auch im Internet meine Vogelbehausungen zu sehen sind...“ Aber auch ohne das World Wide Web hat der Hellenthaler genug zu tun. So gab es einen Geschäftsmann, der gleich fünf Vogelhäuser als Geschenke bestellte. Pütz: „Das war ein Kunde, der seinen Geschäftspartnern einfach mal was Individuelles statt langweiliger Präsente schenken wollte.“