Abo

Gereon PischelHoffnung auf Heilung erfüllte sich nicht

2 min

Familienvater Gereon Pischel. (Bild: privat)

„Bitte rettet unseren Papa.“ Mit diesem dramatischen Appell hatten sich Marius (9) und Nadine (7) im Juli an die Öffentlichkeit gewandt, nachdem ihr Vater Gereon Pischel an Leukämie erkrankt war. Für den 38-Jährigen aus Overath-Steinenbrück wurde dringend ein Stammzellspender gesucht. Doch die Hoffnung auf Heilung erfüllte sich nicht, auch wenn schon Anfang August der „genetische Zwilling“ gefunden war. Zwei Tage vor Heiligabend starb Gereon Pischel in der Kölner Uniklinik an den Folgen der Transplantation.

Am 11. November hatten die Ärzte dem Familienvater die fremden Stammzellen übertragen. Die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zwischen Spender und Empfänger war sehr hoch, das Risiko, dass der Körper das Transplantat nicht annehmen würde, statistisch gering. Doch schon kurz nach der Knochenmarkübertragung seien Komplikationen aufgetreten, berichtet Ehefrau Dr. Iris Pischel. Ihr Mann habe die Medikamente nicht vertragen, durch sein geschwächtes Immunsystem dazu noch eine Lungenentzündung mit Blutvergiftung bekommen. Davon habe er sich zwar erholt, so die Ärztin, aber dann hätten die transplantierten Zellen die stark geschädigte Lunge zusätzlich so angegriffen, dass es zum Organversagen kam.

Bereits vor fünf Jahren war Gereon Pischel erstmals an Krebs erkrankt. Morbus Hodgkin, Lymphdrüsenkrebs, diagnostizierten die Ärzte damals. Die Therapie schlug an, der Vermessungstechniker und Mitinhaber einer Kölner Firma überstand den bösartigen Tumor des Lymphsystems. Im Sommer dann die nächste Hiobsbotschaft: akute lymphatische Leukämie, eine aggressive Form von Blutkrebs. Um für Gereon Pischel Stammzellen zu spenden, hatten in der Region Köln über 1500 Menschen ihr Blut typisieren lassen, darunter auch in der Uniklinik. „Ein großes Dankeschön für diese wahnsinnige Hilfsbereitschaft“, sagte Dr. Iris Pischel gestern. Auch wenn ihrem Mann eine zweite Lebenschance nicht vergönnt gewesen sei, so könnten die registrierten Spender möglicherweise anderen Menschen das Leben retten.