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Gestern war das Maß für den Urftsee voll

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URFTSEE. „Wasser Marsch“ hieß es gestern für einige Stunden an der Urfttalsperre. „Dass die Urfttalsperre überläuft, ist ein eher seltenes Schauspiel. Es geschieht etwa alle zwei bis drei Jahre“, vermeldete gegen 9.30 Uhr per Telefon Marcus Seiler, Pressesprecher des Wasserverbands Eifel-Rur. Derzeit hat die Urft-

talsperre ihr maximales Fassungsvermögen von 45 Millionen Kubikmeter Wasser erreicht. Ein Kubikmeter Wasser entspricht 1000 Liter, ausgeschrieben steht eine Gesamtliterzahl mit neun Nullen auf dem Papier, rechnete Marcus Seiler vor. „Das Ziel ist natürlich nicht, dass die Talsperre überläuft“, so der Pressesprecher. Kontinuierlich wird mit bis zu 17 Kubikmeter Wasser pro Sekunde das Wasserkraftwerk in Heimbach gespeist. Neben dem Wasser der Urfttalsperre fließt auch Wasser der Rurtalsperre Schwammenauel dem Kraftwerk zu. An dieser Talsperre sollen im Juni allerdings Reparaturarbeiten stattfinden, so dass der Wasserspiegel komplett gesenkt werden muss.

Damit die Rur dann nicht „schlapp macht“ und als mickriges Rinnsal durch die Landschaft plätschert, haben die Talsperrenbetreiber die Urfttalsperre bis zur Oberkante aufgestaut. In den kommenden Monaten wird die Urfttalsperre alleine für die Rur verantwortlich sein.

Zum Überlauf kam es gestern für einige Stunden durch die starken Regenfälle der vergangenen Tage, die der sowieso schon randvollen Talsperre „den Rest gaben“.

„Es handelt sich bei der künstlichen Hochhaltung der Urfttalsperre um einen absoluten Sonderfall“, erläutert Marcus Seiler. Das Wasser läuft an der Talsperre, die bis zum Jahresende noch im militärischen Sperrgebiet liegt und daher an den Wochentagen nicht für Publikumsverkehr zugänglich ist, über Kaskaden 58,5 Meter steil bergab. Die Kaskaden sorgen dafür, dass das Wasser seine Fallenergie abarbeitet und keine Auswaschungen am Fuße entstehen. Berthold Winter, seit 28 Jahren Talsperrenwärter, sah die Lage gestern Morgen ganz gelassen. Schon häufiger hat er den Überlauf erlebt. Nüchtern stellte er fest, dass die dicken Karpfen im See clever genug sind, nicht die Kaskaden hinabzupurzeln, sondern sich eisern an der oberen Staumauerkante zu halten.