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Gesucht: Pfiffige Ideen

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Selbstständig denkende Mitarbeiter rechnen sich. So sparte der Bayer-Konzern 2007 über 8 Millionen Euro durch 9300 Verbesserungsvorschläge. Zwei Beispiele aus Gladbach: die Firma Krüger und die Stadtverwaltung.

BERGISCH GLADBACH. Einen Briefkasten für Verbesserungsvorschläge braucht man im Hause Krüger nicht. Beim Großunternehmen an der Senefelderstraße wissen die Mitarbeiter ganz genau, an wen sie sich mit ihren Ideen wenden müssen: an die Vorgesetzten in der Technischen Abteilung oder direkt an Chef Willibert Krüger. „Das Vorschlagswesen hat bei uns große Tradition. Das ist ganz wichtig“, berichtet Betriebsleiter Dr. Frank Rabenschlag.

150 Vorschläge landen jedes Jahr anonymisiert auf seinem Tisch. „Manchmal sind es ganze Gruppen von Mitarbeitern oder Abteilungen, die sich Gedanken machen.“ Es sei motivierend für die Mitarbeiter, wenn sie direkt am Produktionsablauf etwas verbessern könnten. Die Vorschläge seien zumeist schon sehr ausgereift, wenn sie eingereicht würden.

Jede einzelne Idee werde umfassend auf ihre Realisierung getestet. Für einige seiner Kollegen sei es richtig zum Hobby geworden, sich Gedanken über „ihren“ Betrieb zu machen. Dass sich der Einsatz auch finanziell lohnt, motiviere zusätzlich. Das Unternehmen honoriere nach dem Umfang der Einsparungen, bei herausragenden Vorschlägen entscheide Willibert Krüger auch individuell.

Gerade hat Rabenschlag etwas aus dem Bereich der Verpackung auf dem Tisch: Roboterhände, die mit ihren Saugnäpfen Pappen zwischen gestapelte Kartons einlegen. Beim Herausziehen der Pappen komme es manchmal zu Störungen, die Saugnäpfe packten die Zwischenlagen nicht richtig. „Wenn an einer Stelle die Produktion stillsteht, kann sich das in vielen anderen Abteilungen auswirken“, sagt der Betriebsleiter. Vorschlag der pfiffigen Mitarbeiter: eine veränderte Anordnung der Saugnäpfe auf den Roboterhänden. „Noch prüfen wir, ob das funktionieren kann“, sagt Rabenschlag.

Bei der Bergisch Gladbacher Stadtverwaltung werden für Verbesserungsvorschläge Leistungsprämien ausgelobt. Als Faustregel gilt: Zehn Prozent der eingesparten Gelder gehen an die Erfinder der Ideen, die Höchstgrenze liegt bei 5112 Euro (früher 10 000 Mark). 70 Vorschläge seit 1995 listet Pressesprecher Martin Rölen auf. Eine hochkarätige Kommission besetzt mit dem Bürgermeister, dem Leiter des Rechnungsprüfungsamtes, mit Personalratsvertreter und Fachgebietsleitern bekomme die kreativen Vorschläge auf den Tisch. „Wir machen bei der Stadt zwar nicht jeden Tag große Erfindungen, manchmal aber schon“, berichtet der Sprecher. Viele Vorschläge beträfen interne Abläufe oder den Unfallschutz.

Rölen erinnert sich jedoch an Bahnbrechendes aus dem Jahre 1998: Damals hatten sich 25 Mitarbeiter des städtischen Klärwerks Beningsfeld / Refrath Gedanken gemacht, wie das Abwasser kostengünstiger gereinigt werden könne. Der hohe Stickstoffgehalt des Abwassers sei auf diese Weise reduziert worden, mit positiven Auswirkungen für den kommunalen Haushalt: Über 1000 Mark Ersparnis täglich freute sich seinerzeit Gladbachs Kämmerei. Die Stadtoberen zeigten sich in diesem Fall generös und hoben die Höchstgrenze für die Prämie auf: 25 000 Mark gingen an Mitarbeiter des Klärwerks.