Abo

Gesunde LebensmittelBärlauch senkt die Blutfettwerte

3 min

Getrocknete Apfelscheiben können in Sachen Cholesterinspiegel-Senkung mit einigen Medikamenten mithalten. (Bild: dpa)

Laut einer Studie, die jetzt auf der Tagung „Experimental Biology 2011“ in Washington vorgestellt wurde, senken 75 Gramm getrocknete Apfelscheiben täglich binnen eines halben Jahres den schädlichen LDL-Cholesterinwert um 23 Prozent. Das sind Effekte, die mit medikamentösen Cholesterinsenkern durchaus mithalten können. Und Äpfel sind nicht die einzigen Nahrungsmittel mit positiven Effekten auf den Blutfettspiegel:

Erbsen

So enthalten Erbsen große Mengen an Saponinen, die den Cholesterinspiegel in die Zange nehmen: Einerseits zwingen sie die Cholesterinmoleküle der Nahrung in unlösliche Komplexe, so dass sie nicht in den Blutkreislauf gelangen können. Andererseits binden sie Gallensäuren an sich, so dass die Leber sich aus dem Cholesterinpool des Körpers bedienen muss, um neue Gallensäuren bilden zu können. Den größten Saponingehalt haben mit 50 Milligramm pro Kilo die Kichererbsen.

Knoblauch und Bärlauch

Knoblauch hemmt wichtige Enzyme der Cholesterinsynthese, seine Wirkung ist mittlerweile wissenschaftlich sorgfältig belegt. Es gibt jedoch aus seiner Familie eine Alternative zu ihm: den einheimischen Bärlauch. Sein Gehalt an cholesterinsenkenden Sulfiden ist sogar um ein Vielfaches höher als bei seinem asiatischen Pendant.

Ingwer

Ingwer schützt die Blutgefäße durch seine Gingerole, die, so Pharmazeutin Anja Riyazi von der Universität Münster, „für eine verstärkte Umwandlung des Cholesterins zu Gallensäuren“ sorgen. Die therapeutische Dosis liegt bei zwei Gramm pro Tag.

Leinsamen

Die cholesterinsenkende Wirkung von Leinsamen beruht auf ihrem Inhaltsstoff Lignan. Bei Frauen zeigt dieser Stoff keine cholesterinsenkende Wirkung. „Es ist bekannt, dass Lignane pflanzliche Östrogene sind, die einen sehr schwachen,Effekt haben, der dem des weiblichen Geschlechtshormons ähnelt“, erklärt Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten. Weil aber Frauen schon genug Östrogen hätten, könne es sein, das die Zufuhr ihrer pflanzlichen Pendants keine zusätzliche Wirkung bringt.

Nüsse

Bereits 67 Gramm Nüsse täglich reichen laut einer Studie der kalifornischen Loma Linda University, um den Gesamtcholesterinwert um 5,1 und das LDL um 7,4 Prozent nach unten zu drücken. Studienleiter Joan Sabaté erklärt diesen Effekt durch die ungesättigten Fettsäuren der Nüsse: „Aber auch andere Inhaltsstoffe, wie etwa Mineralien, B- und E-Vitamine und Phytosterole, können das Blutfettprofil verbessern.“,

Schokolade

Die Schokolade schließlich konnte in einer englischen Studie ihren LDL-senkenden Effekt sogar bei Diabetikern unter Beweis stellen, die Schokolade eigentlich meiden. Es wurde dabei jedoch, wie Studienleiter Stephen Atkin von der University of Hull betont, Schokolade mit einem Kakao-Anteil von 85 Prozent verwendet. Denn nur dann ist ein hoher Anteil an Polyphenolen gewährleistet, die den Fettstoffwechsel beeinflussen können. Die Tagesration lag in der Studie bei 45 Gramm, was eigentlich kein Problem sein sollte. Es gilt allerdings zu bedenken, dass Schokolade mit hohem Kakaoanteil so schmeckt, wie man es schon zu Großmutters Zeiten jeder wirklich guten Medizin unterstellte: nämlich bitter.