Düsseldorf – Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) drängt auf mehr Stellen für die nordrhein-westfälische Kriminalpolizei. Andernfalls werde die Kripo in NRW in Zukunft nur noch einen Teil der Straftaten verfolgen können, warnte die Gewerkschaft GdP am Donnerstag in Düsseldorf. Auch die Fortbildung und die technische Ausstattung müssten verbessert werden.
Die GdP veröffentlichte ein 28-seitiges Positionspapier zur Zukunft der Kriminalitätsbekämpfung. Die Probleme bei der Kripo seien seit langem bekannt. Sie würden sich sogar noch verschärfen, weil immer mehr erfahrene Ermittler in Ruhestand gehen, berichtete GdP-Vize-Landeschef Michael Maatz. Der Landesregierung fehle bislang ein überzeugendes Konzept, wie die Arbeit der Kripo zukunftsfest gemacht werden könne.
Weil sich die Zahl der Polizisten wegen der langen Ausbildungszeit kurzfristig nicht vermehren lasse, sollten externe Fachleute wie IT-Experten eingestellt werden, um die Ermittler zu entlasten, schlägt die Gewerkschaft vor.
Auch bei der Fortbildung der Kriminalbeamten sieht die GdP Nachholbedarf. Die Arbeit sei hoch spezialisiert. Trotzdem müssten Polizisten oft jahrelang warten, bis sie einen Fortbildungsplatz für ihr Spezialgebiet bekämen.
Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christos Katzidis, sagte dazu, der Landtag habe der Kriminalpolizei bereits im vergangenen Oktober den Rücken gestärkt. Mit den Stimmen der Regierungsfraktionen CDU und FDP habe er beschlossen, jedes Jahr zehn Prozent der fertigen Kommissaranwärter direkt bei der Kriminalpolizei einzusetzen, um der hohen Altersstruktur und der problematischen Personalsituation entgegenzuwirken.
500 neue Stellen für Tarifbeschäftigte in diesem Jahr sollen ebenfalls vorrangig für Spezialisten im Bereich der Kripo genutzt werden. Außerdem habe das Parlament eine Werbekampagne für die Attraktivität der Karriere bei der Kripo beschlossen.
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