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GiftköderDiese blauen Bonbons sind tödlich

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Diese blauen Kügelchen können tödlich sein. (Bild: skta)

Bergisch Gladbach – Ihren neunten Geburtstag hatte sich Nina anders vorgestellt. Das Wetter war super, sie hatte ihre Freunde am Samstag auf den schönen Kinderspielplatz daheim im Herkenfelder Weg eingeladen zur großen Fete. Doch es dauerte nicht lange, da fand Nina ein blaues Bonbon auf dem Boden, das eindeutig nicht zu den Naschereien des Hauses gehörte. Sie schaltete sofort, zeigte die seltsame „Süßigkeit“ ihrem Vater.

Ein Glück: Bei dem erfahrenen Landschaftsgärtner schrillten sofort die Alarmglocken. Denn das blaue Bonbon war ein Giftköder!

So musste die komplette Geburtsgesellschaft erst einmal ausrücken zum Giftsuchen. „Wir sind regelrecht traumatisiert, wie jemand so etwas tun kann“, sagt Simone Magiera. „Sogar die Kinder spüren die Angst und wollen nicht mehr alleine im Garten spielen.“ Nicht auszudenken, wenn Ninas sieben Monate alter Bruder Lenn oder der zweijährige Miguel das Bonbon gefunden hätten. Familie Magiera hat Anzeige bei der Polizei erstattet.

Peter Türk, Eigentümer der benachbarten Reitanlage Landgut Diepeschrath, ist derweil immer noch tief erschüttert, dass er seinen geliebten Leonberger am Samstag bestatten musste. Der anderthalbjährige Hund war der gute Geist auf dem weitläufigen Gelände. In der Nacht bewachte er die Stallungen.

Doch am Freitag fand Türk den robusten, etwa 50 Kilo schweren Hund mit Fieber und Schaum vor dem Maul - ganz offensichtlich vergiftet, wie der Tierarzt feststellte, und zwar mit einem E 605-artigem Gift, auch bekannt unter der Bezeichnung „Rattengift“. Trotz unmittelbarer Gabe von Vitamin K starb das Tier Samstag früh. Der Verdacht liegt jetzt nahe, dass der Hund die gleichen „Bonbons“ gefressen haben könnte, die die Magieras auf ihrem Kinderspielplatz gefunden hatten. Bei diesen handelsüblichen Rattengiften, die in Form blauer Drops auf dem Markt frei verfügbar sind, liegt die besondere Heimtücke in der „retardierten“ Wirkung des Giftstoffes. So setzen erst nach ein bis zwei Tagen die Symptome ein wie Mattigkeit. Danach kommt es zur Brechwirkung mit Schaum vor dem Mund, gefolgt von Durchfall und hohem Fieber.

Bei den ersten Symptomen sollte man direkt zum Arzt gehen.

„Unser Hund war immer auf der Reitanlage und ist nie alleine herumgestromert. Also kann er auch nicht irgendwo das Gift gefressen haben, es muss auf das Gelände geworfen worden sein“, befürchtet Peter Türk. Dass neben Pferden auch Erwachsene, Kinder und Katzen das Gelände „beleben“, macht ihm nun große Angst (siehe Kasten). Ebenso aber die kriminelle Energie, die die unbekannten Hundehasser offenbar entwickeln, indem sie Gift gezielt über Gartenzäune werfen und damit auch Kinder in Lebensgefahr bringen.