Im Kölner Dom gibt es insgesamt elf Glocken. Die bekannteste ist die St. Petersglocke , der „Decke Pitter“, der nur zu ganz besonderen kirchlichen Anlässen geläutet wird. Dazu gehört Neujahr, der 6. Januar (Dreikönigstag), Ostersonntag, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag, an Fronleichnam, am 29. Juni zum Namenstag von Peter und Paul, zu Maria Empfängnis am 8. Dezember, an Heiligabend und dem 1. Weihnachtsfeiertag.
Das sieht die Läuteordnung vor. An mehreren Feiertagen wird die Glocke am Vortag eingeläutet. Die St. Petersglocke hängt in der Glockenstube in 53 Metern Höhe im Südturm des Kölner Doms.
Der „Decke Pitter“ wiegt 24 Tonnen und hat einen Durchmesser von 3,22 Metern. Die St. Petersglocke ist die größte frei schwingende Glocke der Welt, ihr Klang ist ein reines „C“. Sie wird außerdem geläutet bei der Wahl oder dem Tod eines Erzbischofs von Köln oder eines Papstes. Sie verkündete das Ende des Zweiten Weltkriegs und läutete anlässlich der Wiedervereinigung Deutschlands. Vorgänger des „Decke Pitter“ war die Kaiserglocke, die im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen wurde, weil man das Material für Kanonen brauchte. Sie wog stolze 27 Tonnen und hatte einen Durchmesser von 3,42 Metern.
Außer der St. Petersglocke hängen im Dom noch zehn weitere Glocken, so die Pretiosa, die am kommenden Ostern geläutet wird, wenn es nicht gelingt, bis dahin einen neuen Klöppel für den „Decke Pitter“ zu schmieden.
Die Pretiosa (die Kostbare) stammt aus dem Jahr 1448 und war in ganz Europa wegen ihres Wohlklangs bekannt, sagte Dombaumeisterin Professor Barbara Schock-Werner gestern.
Sie hatte ein Gewicht von 10 000 Kilogramm und war damals die größte Glocke im Abendland. Daneben gibt es noch die Dreikönigenglocke (3800 Kilogramm, 1,74 Meter im Durchmesser), die Ursulaglocke (2550 Kilogramm, 1,60 Meter im Durchmesser), Josephsglocke, Kapitelsglocke, Aveglocke, Angelusglocke, Mettglocke und die Wandlungsglocke (Gewicht: 425 Kilogramm, 81 Zentimeter im Durchmesser). (hap)