Abo

Große Parteien gegen Kopftuch

2 min

RHEIN-ERFT-KREIS. Die Frage, ob muslimische Lehrerinnen in Schulen ein Kopftuch tragen dürfen oder nicht, beschäftigt auch die Politiker im Rhein-Erft-Kreis. „Wir würden es begrüßen, wenn in Nordrhein-Westfalen ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen zustande kommen würde“, fasst der SPD-Kreisvorsitzende Guido van den Berg das Beratungsergebnis seiner Partei zusammen.

Die Sozialdemokraten sehen vor allem die Gefahr, dass das Gleichberechtigungsgebot des Grundgesetzes ins Hintertreffen gerät. „Die Diskussion darf nicht dazu führen, dass die Musliminnen mit Kopftuch die Anständigen sind und die ohne als die Unanständigen angesehen werden“, betont die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Frechen. „Wir dürfen Toleranz nicht mit Gleichgültigkeit und Ignoranz verwechseln“, ergänzt van den Berg.

Auch die CDU lehne das Tragen von Kopftüchern in Schulen ab, erklärte der CDU-Kreisvorsitzende Michael Breuer. Die Christdemokraten seien nämlich der Überzeugung, dass das demonstrative Tragen des islamischen Kopftuchs der Integration nicht diene.

„Das Tragen eines Kopftuchs wird gerade in jüngster Zeit verstärkt als politisches Symbol des islamischen Fundamentalismus gesehen. Diese Richtung hat ein anderes Verständnis von Toleranz und Gleichberechtigung der Geschlechter als unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung“, erklärt Breuer.

Das Tragen eines islamischen Kopftuches könne Schulkinder beeinflussen und besonders muslimische Mädchen unter Druck setzen.

Zurückhaltend reagiert dagegen die FDP im Kreis. Deren Vorsitzender Horst Engel betont, dass die Entscheidung im Landtag getroffen werden muss. „In der Kreis-FDP gibt es diesbezüglich keine Initiativen - weder in die eine noch in die andere Richtung. Hier ist der Landtag gefordert“, betont er. Engels persönlich sieht das Thema „sehr, sehr skeptisch“ und lehnt das Tragen von Kopftüchern in Schulen ab.

Keine großen Schwierigkeiten mit Kopftüchern bei Lehrerinnen hat dagegen Rüdiger Warnecke, Kreisvorsitzender der Grünen: „Ich sehe das nicht als Problem, denn es gibt doch auch christliche Zeichen in den Klassenräumen. Ein Verbot von Kopftüchern hilft uns nicht weiter.“ Doch handele es sich dabei um seine persönliche Meinung. Die Grünen im Kreis hätten das Thema noch nicht abschließend diskutiert. (gj)