ODENTHAL. Eine Kerze steht neben dem Bild von Pastor Anders im Foyer des Odenthaler Schulzentrums, immer wieder bleiben Schüler davor stehen, halten inne. Auch einen Tag nach der Nachricht vom Unfalltod des Kreisdechanten Monsignore Klaus Anders sitzt der Schock gestern in seiner Heimatgemeinde Odenthal tief. Und nicht nur dort.
Pastor Anders war mitten im Leben und mitten in der Gemeinde, sagt Odenthals Bürgermeister Johannes Maubach. Jetzt herrscht überall eine große Trauer, so der Erste Bürger, der von einer außerordentlich guten Zusammenarbeit mit dem Seelsorger spricht: Es waren vor viele Anlässe, die Kindergärten, die Jugend-, aber auch Seniorenarbeit, die uns häufig zusammengeführt haben.
Anders hat nicht nur in Odenthal vieles und viele bewegt. Er hat es verstanden, Mitarbeiter für Kirche zu begeistern, sagt Wolfgang Drötboom von der Caritas Rhein-Berg. Noch vergangenen Montag habe er mit Anders bei der Jahreseröffnungsfeier über den Reiz des Schneewanderns gesprochen. Und dann hat es ihn so erwischt . . . Auch Drötboom, der mit dem Kreisdechanten auch im Vorstand des Kreiskatholikenrates aktiv war, kann es immer noch nicht fassen. Im Caritashaus und in der Geschäftsstelle wurden gestern Bilder des tödlich Verunglückten aufgestellt, mit Kerzen davor. In der Odenthaler Pfarrkirche, in der nun ein eigenes Kondolenzbuch ausliegt, fand gestern - wie diese Woche jeden Abend um 19 Uhr - eine Andacht für den Seelsorger statt.
Für die Ökumene im Kreis ist sein Tod ein großer Verlust, sagt Thomas Werner, der evangelische Pfarrer der Gladbacher Gnadenkirche, der mit Anders zusammen im Vorstand des Ökumeneausschusses des Rheinisch-Bergischen Kreises aktiv war. Wir sind alle zutiefst traurig. Pastor Anders war für die Ökumene eine wichtige Integrationsfigur, ihm ging es immer um die Menschen und auf ihn konnte man sich immer verlassen, sagt der Geistliche und setzt hinzu: Ich habe einen lieben und wertgeschätzten Amtsbruder verloren.
Als geschätzten Gesprächspartner und vertrauten Begleiter würdigt Superintendentin Andrea Vogel den tödlich verunglückten Kreisdechanten, der regelmäßig an den Synoden des evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch teilgenommen habe: Alle Synodalen zollten Klaus Anders hohe Aufmerksamkeit, wenn er in kurzer prägnanter Weise auch schwierige ökumenische Sachverhalte aufgriff - und in der ihm eigenen herzlichen Art deutlich aufzeigte: Wir sind als Christen gemeinsam auf dem Weg.
Unterdessen hat die Polizei im Allgäu ihre Ermittlungen zu den Umständen, die zum Tod des Geistlichen führten fast abgeschlossen.
Unfallermittlungen
fast abgeschlossen
Wie ein Polizeisprecher gestern auf Anfrage der Bergischen Landeszeitung mitteilte, sei der erfahrene Bergwanderer auf einem vereisten Stück eines Wanderwegs am 1880 Meter hohen Branderschrofen in der Gemeinde Schwangau ausgerutscht und dann eine 40 Grad steile Eisrinne hinuntergestürzt. Dabei habe er sich mit einem Genickbruch tödliche Verletzungen zugezogen, so der Polizeisprecher. Die Staatsanwaltschaft werde den Leichnam nun voraussichtlich kurzfristig zur Überführung ins Rheinland freigeben.