Abo

Haftstrafen nach Absturz

1 min

GUMMERSBACH / MAILAND. Dreieinhalb Jahre nach dem schwersten Unfall in der Geschichte der italienischen Zivilluftfahrt hat am Montag ein Gericht vier Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt. Bei dem Zusammenstoß einer Cessna des Gummersbacher Unternehmers Hermann-Dieter Eschmann mit einer SAS-Passagiermaschine starben auf dem Mailänder Flughafen Linate am 8. Oktober 2001 118 Menschen. Der Unfall ereignete sich im Nebel, das Bodenradar des Flughafens war nicht in Betrieb. Jetzt befand das Gericht drei Mitarbeiter der Flugsicherung sowie einen Angestellten des Flughafens des mehrfachen Totschlags für schuldig. Die Richter verhängten Haftstrafen von bis zu vier Jahren und vier Monaten. Drei weitere Angeklagte wurden am Montag freigesprochen. Hinterbliebene der Flugzeugkatastrophe kündigten an, gegen die Freisprüche Berufung einzulegen. Bereits im letzten Jahr hatten die Richter gegen vier Angeklagte hohe Haftstrafen von bis zu acht Jahren verhängt. Sie verurteilten zwei Direktoren des Flughafens, den damaligen Chef der Flugaufsichtsbehörde sowie einen Fluglotsen. Die Juristen kamen zu dem Schluss, dass das Unglück durch menschliches Versagen und mangelnde Sicherheitsvorkehrungen herbeigeführt worden sei. Mit den beiden Richtersprüchen sieht Hermann-Dieter Eschmann seine Meinung bestätigt, der in der Vergangenheit mehrfach „katastrophale Zustände“ auf dem Mailänder Flughafen beklagt hatte. (ar / AP)