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Halb Au feiert Jubiläum

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WINDECK. Die Gustav Korf Bauzentrum GmbH, das Unternehmen, das halb Au ausmacht, feiert an diesem Wochenende Jubiläum. Anlässlich des 125-jährigen Bestehens gibt es auf dem Betriebsgelände an der Hammer Straße ein großes Festprogramm, das neben Informationen rund ums Bauen und Sanieren jede Menge Unterhaltung verspricht. So spielt am Samstagabend die Gruppe „Melodies“ zum Tanz auf, und um 22 Uhr wird ein Feuerwerk gezündet. Zum Frühschoppen am Sonntag spielt die Blaskapelle Leuscheid auf, ehe ab 12.30 Uhr die örtlichen Chöre ihren Auftritt haben und um 14 Uhr mit der Tanzgruppe der Leuscheider Landfrauen das Kuchenbuffet eröffnet wird. Dazu kommen Hubschrauber-Rundflüge, Angebote für Kinder und eine Tombola.

Wichtige Grundlage für die Unternehmensgründung war in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts der Bau der Eisenbahnlinie Köln-Gießen. Neben der Landwirtschaft spielte seinerzeit der Erzbergbau und die Eisenindustrie in der Umgebung eine Rolle. Auch die Firma Korf betrieb eine kleine Grube in Pracht. Wichtiger wurde mit der Zeit indes der Handel mit Gütern wie Düngemittel, Saatgut, Kartoffeln, Getreide und Kohle, die in die Großstädte verkauft wurden. Dann expandierte mit der florienden Bauwirtschaft auch die Firma Korf, die selbst einen Steinbruch hatte und für den Transport der Steineeigens eine Brücke über die Sieg baute.

Die Gründung im Jahre 1878 erfolgte noch unter einem anderen Namen. Später übernahm Gustav Korf allein den Betrieb, eine Niederlassung in Wissen ging in den 20er Jahren auf den ältesten Sohn Walter über. Nachdem der Firmengründer 1932 starb, lag das Geschäft in den Händen der Söhne Arthur und Hugo Korf. Ein neues Bürogebäude, Lagerhallen und eine Getreidemühle wurden in Au errichtet. Der Großhandel wurde ein Thema.

Einschneidende Folgen hatte der II. Weltkrieg für die Firma. Da die gehandelten Güter zum großen Teil der Bewirtschaftung unterlagen, wurde das Geschäft durch das Kontingentierungs- und Bezugscheinsystem reglementiert, ein Teil des Fahrzeugparkes von der Wehrmacht requiriert. Im Dezember 1944 zerstörten englische Jagdbomber sämtliche Lagerhäuser und das Bürogebäude. Der Wiederaufbau musste ohne Arthur Korf geschafft werden, der 1946 in Rosbach von belgischen Besatzungssoldaten wegen geringfügiger Überschreitung der nächtlichen Sperrstunde im fahrenden Auto erschossen wurde. Sein Sohn Willy stieg in die Firma ein. Mit dem Transport lebenswichtiger Güter wie Mehl, Salz, Kohlen, Düngemittel und Saatgetreide sicherte das Unternehmen damals das Überleben der Bevölkerung. Danach lag der Schwerpunkt wieder bei Baustoffen. Dazu kam 1953 die Gründung der Korf Transport GmbH und die „Deutsche Unionbeton GmbH“ als Tochtergesellschaft. Im November 1982 wurde das neuerrichtete Bürogebäude eröffnet. 1985 / 86 folgte die betriebseigene Deckenfertigung. 1990 verstarb Willy Korf bei einem Unfall, so daß seine Töchter die Unternehmensgruppe weiterführen mussten. Vor drei Jahren übernahm schließlich Burkhard Buch das Steuer. Er gründete eine neue Gesellschaft, behielt aber den alten Firmennamen bei. (kh)