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HandgemachtFantasievolles aus Filz

2 min

Innenstadt – „Puppe“ sei eigentlich nicht das passende Wort, findet Tanja Pönitz. Das entzückende Wesen mit der weinroten, zotteligen Mähne, den lustigen Sommersprossen, dem orangefarbenen kleinen Körper und giftgrünen Kleidchen sei eher ein „Lebensbegleiter“. Von Kopf bis Fuß aus Filz gefertigt, ohne eine einzige Naht und ohne jedes Füllmaterial, eigne sich das Spielzeug aus Naturwolle nicht nur bestens zum Kuscheln. Es sei auch so gut wie „unkaputtbar“ - und das über Generationen, betont die Filzerin.

Verfilztes: Was nach zu heißer Wäsche für gewöhnlich Anlass gibt zu Frust und Ärger, lässt in der Handwerkergasse 5 auf dem Alter Markt bei Groß und Klein viel Freude aufkommen. Die Filzerin aus Waldbröl sowie ihre Kolleginnen Almut Siedler und Bettine Hadlauer-Kaslatter aus Innsbruck verstehen ihr Handwerk. Die drei Frauen, die sich vor Jahren auf einem Mittelaltermarkt kennen gelernt haben und ihre Kreationen auf dem Weihnachtsmarkt gemeinsam vertreiben, verwandeln das weiche Tierprodukt mit Geschick und Geschmack in buntes Spielzeug, nicht alltägliche Kleidungsstücke, hübsche Gebrauchsgegenstände und witzige Geschenke.

Von Schlüsselanhängern in Gestalt von Fliegenpilzen (7 Euro), grauen Fingermäuslein (8 Euro), grünen Frosch-Dosen (5 Euro) über Engelchen (15 Euro) bis zu Fantasie-Handpuppen (37 Euro), Damenhüten (95 bis 155 Euro) und Filzleuchten (ab 39 Euro) reicht das farbenfrohe Sortiment. „Aus Filz kann man ja alles machen“, erläutert Tanja Pönitz und erinnert daran, dass die Mongolen sogar in Filzhütten wohnen. Wasser- und schmutzabweisend sei das Material, sagt die frühere Sozialpädagogin und zweifache Mutter. Und was bei Puppen wichtig ist: „Man kann sie ansabbern und in der Maschine waschen.“

Je nach Größe und Ausstattung der Objekte braucht die Künstlerin für die Herstellung bis zu einem Tag. „Man nimmt zum Beispiel Schaf- oder Merinowolle, gießt heiße Seifenlauge drauf, quetscht die Wolle, so dass die Fasern verfilzen und ein festes Material entsteht“, erklärt die 36-Jährige den Produktionsprozess in groben Zügen. Wollschicht für Wollschicht werde übereinander geformt, die Lauge ausgewaschen und das Teil getrocknet. „Das einzige Werkzeug ist die Hand.“ Die so entstandenen Stücke seien „unheimlich stabil“ und behielten ihre Form. Für Ungeduldige ist die Filz-Kunst aber nichts, meint Tanja Pönitz. „Die Wolle lässt sich nicht zwingen.“ Auch reich werde man mit dem Verkauf nicht. „Dafür aber reich beschenkt von den Menschen“, denen die zauberhaften Filzfiguren ganz oft ein Lächeln und Worte der Anerkennung entlocken.