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Handy darf am Pool nicht fehlen

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Star-Anwalt, Senkrechtstarter in der Juristenszene - Stefan Seitz wird in diesen Tagen mit Komplimenten überhäuft. Spätestens seit der 40-Jährige für Trainer Christoph Daum den Vertrag mit dem 1. FC Köln ausgehandelt hat, blickt die Medienwelt auf den Wahl-Kölner. „Ich lege es sicher nicht drauf an, als Anwalt in der Öffentlichkeit zu stehen“, erklärt er, aber „man nutzt eben alle Möglichkeiten, die dem Mandanten helfen.“ Und die Berichterstattung sei ja sehr positiv für Daum gewesen. Nicht ganz so einfach war dies im Fall Reiner Calmund. Als Seitz den Fußball-Manager vertrat, hat er auf jedes Wort, das nach draußen gegeben wurde, genau geachtet.

Eigentlich machen die Aufträge aus dem Sportbereich nur fünf Prozent seiner Arbeit aus. So lockte er zuletzt mit einem speziellen Förderkonzept vier Hockeynationalspieler zu Zweitligist Rot-Weiß Köln. Als Partner der Kanzlei Schlütter, Debatin und Bornheim ist er auf Wirtschaftsangelegenheiten spezialisiert. Doch Seitz hat die Sport-Leidenschaft schon lange gepackt. Erst als Aktiver und jetzt hinter den Kulissen. Wenn er von seiner Zeit als Hockeyprofi erzählt, sprudeln die Worte aus ihm heraus. Mit Rot-Weiß Köln gewann er den Europacup in der Halle (1990, 1991) und wurde drei Mal Deutscher Hockeymeister (1989, 1992, 1993). „Das war eine Riesenzeit, wobei ich da schon langsam meinen Ehrgeiz aufs Studium kanalisiert habe, weil der Endkick Berufung in die A-Nationalmannschaft nicht kam.“ Seitz war auf der Suche nach etwas, wo er seinen Ehrgeiz raus lassen konnte und wurde fündig.

Seine jetzige Heimat Köln hat dabei eine große Rolle gespielt. „Es hat immer gepasst“, sagt er, „die Sportfördergruppe der Bundeswehr war hier in Wahn, mit Rot-Weiß ein Top-Club und ein renommierter Lehrstuhl an der Uni. Dort habe ich auch meine Frau kennen gelernt.“ Und nach zwei Jahren in einer Düsseldorfer Kanzlei ist Seitz als Partner in die Wirtschaftskanzlei an der Aachener Straße eingestiegen. Dort hat er ein Team von elf Arbeitsrechtlern aufgebaut und Parallelen aus dem Sport übernommen: „Man benötigt eine ausgewogene Struktur. Mit elf Ronaldos wird man auch nicht Weltmeister.“

Auf die Frage, wie viel er arbeitet, antwortet der Vater von drei Kindern ausweichend: „Das würde nur abschrecken. Sagen wir so, ich habe keinen freien Tag.“ Seine Frau Kerstin kennt dies nicht anders. Sie hat ihn in einer Phase kennen gelernt, wo „ich nicht den ganzen Tag auf der Couch lag, sondern auch schon von acht bis 22 Uhr unterwegs war.“ Entspannung findet Seitz auf dem Golfplatz oder im Urlaub. „Diese Phasen gehören einfach dazu“, weiß der gefragte Anwalt. Seine Frau und die Kinder verbringen die sechs Wochen in den Sommerferien auf Sardinien. Das Familienoberhaupt versucht so oft wie möglich dabei zu sein. Aber „ich ziehe den Stecker nicht raus. Vielmehr gehört es dazu, dass ich klischeehaft mit dem Handy in der Hand am Pool sitze. Mich belastet die Arbeit nicht“, beteuert der 40-Jährige und durch sein Lächeln nimmt man ihm dies auch ab.