FIRMENICH. Ich bin noch nicht wieder hundertprozentig fit. Es geht mir aber wieder so gut, dass ich am Montag anfange zu arbeiten, erklärt Matthias Zeidler aus Firmenich. Er hat eine schlimme Zeit hinter sich. Kurz vor Weihnachten hatte sich der Gärtnermeister mit dem Hantavirus infiziert - einer gefährlichen Infektionskrankheit (siehe Infokasten), die durch kranke Mäuse übertragen wird und die Zeidler bis dahin noch gar nicht kannte.
Am 1. Weihnachtstag hatte sich der 39-jährige Familienvater schlapp gefühlt. Da ist bestimmt eine Grippe im Anmarsch, dachte er. Tagsdrauf hatte er mit extremer Übelkeit (Erbrechen und Durchfall) zu kämpfen. Von seiner Hausärztin wurde eine Magen-Darm-Grippe und eine Mittelohr-Entzündung diagnostiziert.
Doch der Zustand des Gärtnermeisters verschlechterte sich. Einen Tag vor Silvester klagte er über starke Sehstörungen und erlitt zwei Kreislaufzusammenbrüche. Im Krankenwagen wurde er ins Mechernicher Kreiskrankenhaus gebracht. Dort stellten die Ärzte zunächst fest, dass Zeidlers Körper infolge erhöhten Flüssigkeitsverlusts fast ausgetrocknet war. Er erhielt Infusionen und Medikamente, Blut- und Urinuntersuchungen wurden vorgenommen.
Wie ich später erfahren habe, hatten die Ärzte im Krankenhaus relativ schnell den Verdacht auf Hantavirus. Dies wurde auch durch spätere Untersuchungsergebnisse bestätigt, sagt der genesene Familienvater. Doch für ihn war das Martyrium noch nicht vorbei. Plötzlich verschlechterten sich seine Nierenwerte extrem. Mit akutem Nierenversagen wurde er auf die Intensivstation verlegt. Äußerst knapp schrammte er an der Dialyse vorbei.
Als sich die Nierenwerte langsam wieder besserten, wurde Zeidler nach einwöchigem Aufenthalt auf der Intensivstation auf die normale Station verlegt. Erst als die Werte wieder okay waren - inzwischen waren viereinhalb Wochen verstrichen - durfte der 39-Jährige nach Hause zu Ehefrau Hilde und den Kindern Sam und Naomi.
Dort schöpfte er wieder so viel Kraft, dass er nach dem Hamburger Modell (Wiedereingliederung ins Erwerbsleben) ab kommender Woche wieder stundenweise seiner Arbeit als Gärtnermeister nachgehen kann. Ich fange mit fünf Stunden am Tag an. Dann wird es Woche für Woche um eine Stunde gesteigert, so Zeidler.
Ich bin froh, dass die Krankheit einigermaßen glimpflich verlaufen ist, atmet er auf. Ich möchte mich für die gute Betreuung durch Ärzte, Schwestern und Pfleger im Mechernicher Krankenhaus bedanken. Die Krankheit hatte für Zeidler auch eine positive Nebenwirkung: Er hat das Rauchen aufgegeben.