BERGISCH GLADBACH. Mit all der Kraft, die in ihren kleinen Fingerchen schon steckt, hält sich die kleine Sophie an der Hand ihrer Mutter fest. Skeptisch blinzelt die Kleine, nur wenige Stunden nachdem sie um vier Uhr morgens im Kreissaal des Vinzenz-Pallotti-Hospitals (VPH) als erstes Baby in der Kreisstadt im Jahr 2007 das Licht der Welt erblickt hat, unter ihrer Kapuze hervor.
Geschafft, aber glücklich streichelt Mutter Kerstin Cappaert über die Stirn ihrer Tochter, die am Vorabend dafür gesorgt hatte, dass das große Silvester-Raclette im Freundeskreis ein jähes Ende fand. Wir waren schon einigermaßen überrascht, als während des Essens plötzlich die Wehen einsetzten, denn ausgerechnet war Sophie erst für den nächsten Tag, erzählt die 28-jährige Studentin aus Köln-Ehrenfeld.
Titus hatte es
plötzlich sehr eilig
Früher als erwartet hatte auch der kleine Titus Colsman sein Kommen angekündigt. Ausgerechnet für den dritten Januar, konnte er es schon am Silvestertag nicht mehr erwarten und kam um kurz nach zwölf Uhr mittags im Kreissaal des Evangelischen Krankenhauses (EVK) zur Welt. Während seine Mutter Tatjana Colsmann jetzt wie gewohnt Erziehungsgeld bekommt, erhält Kerstin Caeppert das mit dem Jahreswechsel eingeführte Elterngeld.
Ab sofort erhält der Elternteil, der sich um das Kind kümmert, 67 Prozent von seinem durchschnittlichen monatlichen Nettogehalt bis zu einem Höchstbetrag von 1800 Euro. In unserem Fall ist die neue Regelung allerdings schlechter, erzählt die junge Mutter, als Studentin bedeutet das eine monatliche Zahlung von knapp 300 Euro, bei der alten Regelung hätte ich mehr bekommen.
Luca kam einen
ganzen Monat früher
Hinsichtlich des neuen Elterngeldes auf der sicheren Seite wähnte sich Mareen Krampe aus Rösrath. Doch beschloss der kleine Luca nicht, wie ausgerechnet, Ende Januar auf die Welt zu kommen, sondern seine Geburt im EVK kurzerhand einen ganzen Monat vorzuverlegen. Für Mutter Mareen, selbstständige Marketing-Referentin, allerdings kein Problem: Es wäre zwar schön gewesen, wenn wir das Elterngeld bekommen hätten, für unsere Entscheidung, ein Kind zu bekommen, hat es aber keine Rolle gespielt.
Das gilt im Übrigen für alle drei frisch gebackenen Mütter. Uns war von vorneherein klar, dass wir ein zweites Kind wollten, erzählt die 36-jährige Tatjana Colsmann, die bereits einen 18 Monate alten Sohn hat. Ob Elterngeld oder Erziehungsgeld war uns dabei egal. Auch bei Kerstin Cappaert spielte das Elterngeld bei der Familienplanung keine große Rolle: Auch wenn wir jetzt weniger bekommen, letztendlich ist doch egal, welche Regelung gilt, solange das Kind gesund ist.
Dem scheint auch die kleine Sophie beizupflichten: Sie blinzelt noch einmal ins Zimmer, bevor ihre Augen vor lauter Müdigkeit ganz schnell zufallen.