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Haus für Wohnungslose

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ERFTSTADT.Nach elfmonatiger Bauzeit wurde am Samstagnachmittag am Ahremer Lichweg in Lechenich eine neue Unterkunft für Wohnungslose errichtet. Der insgesamt 326 Quadratmeter große Bau umfasst 13 jeweils etwa 16 Quadratmeter große Studios, die mit Kochnische, Kühlschrank, Kleiderschrank, Bett, WC mit Dusche sowie einem Tisch und zwei Stühlen funktional eingerichtet sind. Hinzu kommen ein Gemeinschaftsraum sowie ein Büro, in dem ein Sozialarbeiter als Ansprechpartner für die Bewohner erreichbar ist.

592 800 Euro hat der Neubau inklusive dem Abbruch des alten Hauses gekostet. Hoch schlugen die Wellen, als es vor knapp zwei Jahren darum ging, das alte Obdachlosenheim am Ahremer Lichweg abzureißen und ein neues Gebäude speziell für jüngere Personen ohne feste Bleibe zu errichten. Bei einer öffentlichen Anhörung meldeten sich viele besorgte Anwohner zu Wort. Der Tenor: Eine neue Unterkunft sei zwar sinnvoll, aber doch bitteschön nicht in unserer Nachbarschaft! Und immer wieder kam bei den Anwesenden die Angst zum Vorschein vor Randale, vor Kriminalität, vor Alkohol- und Drogenexzessen.

Eindringlich warb Bürgermeister Ernst-Dieter Bösche damals für den Neubau. Er versuchte, die Bedenken mit dem Verweis auf ein neues Betreuungskonzept für die Wohnungslosen zu zerstreuen. Dieses beinhaltet unter anderem, dass die Betroffenen nicht mehr auf sich allein gestellt sein sollen, sondern innerhalb des Hauses nahezu rund um die Uhr einen Ansprechpartner haben, an den sie sich mit alltäglichen Problemen wenden können.

Jetzt muss sich zeigen, ob die Sorgen der Nachbarn im Vorfeld berechtigt waren oder ob es tatsächlich gelingt, eine friedliche Koexistenz zwischen Hilfesuchenden und den übrigen Anwohnern des Ahremer Lichweges herzustellen.

Auf erste Erfolge des neuen Betreuungskonzeptes können die beiden Sozialarbeiterinnen Birgit Büttner und Marilyn Alter bereits verweisen, die zukünftig abwechselnd am Ahremer Lichweg ihren Dienst versehen werden: Seitdem sie ihre Ämter 2006 antraten, ist die Zahl der Wohnungslosen in Erftstadt stetig zurückgegangen. Von 109 Personen im Jahr 2005 auf inzwischen nur noch 42.

Allerdings sind immerhin 20 Prozent von ihnen erst zwischen 18 und 25 Jahre alt. Und gerade diese Altergruppe bedürfe einer besonderen Zuwendung. „Wir helfen den jungen Menschen, sich im Alltagsleben zurechtzufinden“, erklärt Renate Hülsebus, die als Leiterin des Rechts- und Ordnungsamtes für das Wohnungslosenheim und die beiden Mitarbeiterinnen zuständig ist. Es habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine reine Verwaltung der Obdachlosen keine Probleme löse.