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Heinrich RemagenDie Insolvenz als Befreiung

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Weniger Stress, dafür mehr Kreativität: Heinrich Remagen in seinem neu eröffneten Geschäft. (Foto: Hanano)

„Ich bin ruhiger, gelassener und im Prinzip dankbar dafür, dass ich neu aufbrechen konnte.“ Bis zu 100 Mitarbeiter, 2000 Quadratmeter Fläche, mehrere Standorte, ein großes Lager und dann noch die Finanzkrise: „Das war nicht zu schaffen“, erklärt der Diplom-Kaufmann, der nebenbei 17 Jahre als Handelsrichter und bis zur Insolvenz als Vorsitzender von City-Marketing aktiv war.

Als Niederlage habe er seinen Konkurs nie empfunden, betont der Unternehmer. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen, war nie leichtfertig.“ Aus heutiger Sicht sei die Insolvenz mit Abbau von Personal und Flächen für ihn sogar eine Befreiung von viel Stress und Zwang gewesen und eine Chance, „endlich wieder kreativ werden und mich neu ausrichten zu können“. Mit nur noch zwölf Mitarbeitern, darunter den Söhnen Oliver und Patrick sowie Ehefrau Sabine, sieht Remagen die Perspektive des Familienunternehmens am Neumarkt nicht mehr primär im Handel mit Leuchten, sondern vor allem in der Beratung sowie in der Lichtplanung für Architektur, Lebensumfeld und Landschaft.

Von LED über Energiespartechnik bis zu Lichtsteuerungen: „Wir müssen zeigen, welche Möglichkeiten sich heute eröffnen“, blickt der Beleuchtungsfachmann nach vorn. Zu diesem Zweck wandelt sich der Verkaufsraum montags abends oft zum lehrreichen „Remagen Campus“. Im Rahmen von „light nights“ hält der Beleuchtungsfachmann, häufig mit Veranstaltungspartnern, kostenlose Vorträge etwa darüber, wie man intelligent Energie spart, wie unsichtbare Lichtlösungen aussehen können oder welche aktuellen Entwicklungen es in der Lichttechnik gibt.

Vorträge über

spirituelle Fragen

Das Geschäft, sagt Remagen, solle auch ein Forum werden für Licht-Themen, die interessierte Bürger ebenso ansprechen wie Bauherren und Architekten. Aber noch in ganz anderer Hinsicht möchte Remagen den „Campus“ am Neumarkt als Energiequelle verstanden wissen. Bei den „indigo nights“ (gegen Eintritt) geht es zum Beispiel um spirituelle Fragen, um mentale Energie, Feng Shui-Lehre, nachhaltigen Lebensstil und Wertewandel. Die Veranstaltungsreihe stoße auf immer größere Resonanz, freut sich der Firmenchef. „Oft kommen Menschen, die neue Orientierung suchen, darunter auch Unternehmer und Vorstände.“ Durch die Beschäftigung mit Sinn- und Seinsfragen, so Remagen, habe er selber an Gelassenheit, neuen Handlungsperspektiven und Abstand zu den täglichen Stressfaktoren gewonnen. „Das verändert einen positiv. So was brauchen wir in der heutigen Zeit.“

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