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Herbstausstellung Das menschliche Gesicht im Fokus

Gesichter einer Ausstellung: Künstlerin Almut Ruepp betrachtet mit ihrer Mutter und ihren Kindern die Werke Wolfgang Metzlers. (Bild: Hilgers)

Gesichter einer Ausstellung: Künstlerin Almut Ruepp betrachtet mit ihrer Mutter und ihren Kindern die Werke Wolfgang Metzlers. (Bild: Hilgers)

Blankenheim – Die diesjährige Herbstausstellung der „Galeriewerkstatt am Hirtentum 11“ in Blankenheim zeigt unter dem Motto „Gesichter“ die Arbeiten von gleich vier Künstlern, die von nah und fern kommen. „Es ist unsere wahrscheinlich 45. Ausstellung“, sagt Galerist Wenzel von Braun .

Immer verblüfft Wenzel von Braun, Jurist, mit seinen Präsentationen, oftmals begleitet von Musik. „Das menschliche Gesicht als Gegenstand künstlerischer Gestaltung“, so könnte diese Ausstellung auch heißen. Da sind zunächst die Werke von Maria-Margaretha Modlmayr , die aus Hopfen am See bei Füssen stammt. „Jemanden malen heißt, jemanden kennenlernen“, so die Künstlerin. „Es heißt aber auch, sich selbst zu reflektieren, um so sein Gegenüber richtig zu verstehen.“

Im Fokus steht das Gesicht des Menschen. Das Modell wird betrachtet, gemustert, sein Bild gescannt, Vorzeichnungen setzen erste Marken auf die Leinwand, Farben werden gewählt, Pastelltöne, mattes Gelb und Ocker herrschen vor. Dennoch, nicht die Farbe dominiert: Es sind die Gesichtsstrukturen, die für die Malerin an erster Stelle stehen.

Almut Ruepp ist „Wiederholungstäterin“ im Hirtenturm. Sie wartet mit mutig nuancierten, stark farbig geprägten Porträts von Kindern, meist der eigenen, auf. Manchmal wirkt ihre gar nicht „kindgerechte“ Farbwahl sogar provozierend. Sie sieht in den (eigenen) Kindern kleine Persönlichkeiten mit zum Teil schon ausgeprägten Charaktereigenschaften, die Erwachsene überraschen und herausfordern. Das tun auch Ruepps Bilder.

Seit fast 20 Jahren steht der Mensch im Mittelpunkt der Malerei von Nikolaus Reinecke . Alle seine Gemälde entstehen gänzlich vor dem Modell, er verwendet keine Skizzen oder Fotografien. Erst die sich so entwickelnde enge Beziehung zwischen Künstler und Modell lässt aus Reineckes Sicht ein lebendiges Porträt entstehen.

Gerade diese Beziehung kann an einem wesentlichen Merkmal der Arbeiten Reineckes festgemacht werden: Es ist der direkte, fast schon durchdringende Blick des Modells, dem der Betrachter nicht ausweichen kann. Auffallend auch die Art der Komposition: Knapp gewählte Formate oder Ausschnitte und die Farbenwahl, dazu eine starke Betonung von Licht und Schatten, bestimmen die Kunstwerke. Alles das gibt den Bildern Lebendigkeit und eine starke räumliche Komponente.

„Seit nunmehr 17 Jahren stellt Wolfgang Metzler seine Arbeit im Hirtenturm aus“, so begrüßte von Braun einen „alten Bekannten“ aus dem nahen Tondorf. Im Vordergrund steht dieses Mal eine Werkgruppe des Holzbildhauers und Tischlermeisters. Den Schwerpunkt bilden menschliche Gestalten mit ausgeprägt realistischen Zügen, die aus großen Holzblöcken, meist einer Douglasie, herausgearbeitet wurden. Metzler berücksichtigt dabei die Vorgaben des von ihm verwendeten Materials wie Maserung, Farbe, Wuchs und setzt diese als gestalterische Mittel ein.

Die Ausstellung ist noch bis zum 6. November zu sehen. Öffnungszeiten: samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung, Telefon (01 72) 2 19 05 48.