WIPPERFÜRTH / LINDLAR. Die Versorgung von Unfallverletzten nimmt leider von Jahr zu Jahr zu, sagt Dr. Klaus Friedhoff, der Chefarzt der chirurgischen Abteilung am Wipperfürther St. Josef-Krankenhaus. Mit den ersten schönen und warmen Tagen erwarten wir wieder vermehrt Sport- und Motorradverletzte, fügt Ulrich Schymatzek, der erste Oberarzt der Chirurgischen Abteilung hinzu. Kommen Unfallopfer und Notfallpatienten ins Krankenhaus, werden sie in der INA aufgenommen. INA ist die Abkürzung für die hausinterne Interdisziplinäre Notfall-
aufnahme, erklärt Schwester Beatrix Hellmann von der Bereichsleitung Pflegedienst Chirurgie. Dies sei die Stelle, an der Notfallpatienten aufgenommen, erfasst und fachübergreifend ärztlich versorgt werden. Auch wenn sich die INA in den Räumen der Ambulanz befindet, wird dort die Versorgung von Notfällen für die stationäre Aufnahme durchgeführt.
In Lindlar gibt es keine solche INA wie in Wipperfürth, also keine Ambulanz im eigentlichen Sinne. Hier erfolgt die Behandlung von Notfällen dezentral über die jeweiligen Fachabteilungen. Die dezentrale Ansiedlung der Notfallambulanz in diesen Fachabteilungen entspreche dem Standard an der Mehrzahl der kleineren Krankenhäuser, erklärt Pressesprecher Christoph Lieck. Der Grund liege in der vergleichsweise geringen Zahl von Notfällen. Patienten, die per Liegendtransport im Krankenhaus ankommen, werden von der Rettungswagen-Besatzung vorher angekündigt. Hat der Patient einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, kommt er direkt auf die Intensivstation des Herz-Jesu-Krankenhauses, erläutert Pressesprecher Lieck. Oft erfolgt nach der Erstversorgung eine Überweisung zum niedergelassenen Arzt und dort die Weiterbehandlung. Patienten können gegebenenfalls auch direkt nebenan im Ärztehaus behandelt werden. Muss ein Patient stationär aufgenommen werden, so erfolgt die Überweisung in die Chirurgie Engelskirchen.
Im Wipperfürther St. Josef-Krankenhaus können fast alle Operationen im Bauchraum durchgeführt werden. Hierzu zählen die Eingriffe an der Speiseröhre, am Magen, am Dünn- und Dickdarm, so bei Sodbrennen, aber auch Operationen am Enddarm sowie an der Gallenblase und den Gallengängen. 2400 stationäre und etwa 350 ambulante Operationen werden in Wipperfürth jährlich durchgeführt, erklärt Georg von Mylius, der Verwaltungsdirektor des St. Josef-Krankenhauses.
Spezialisiert sei das St. Josef-Krankenhaus vor allem auf die Implantation von künstlichen Hüftgelenken, so von Mylius. Um die Zeit im Krankenhaus für den Patienten möglichst zu verkürzen, werden in Wipperfürth alle Eingriffe, soweit dies medizinisch sinnvoll ist, ambulant durchgeführt. Es wurde dazu im Jahr 2000 ein ambulantes Operationszentrum geschaffen, in welchem sowohl die Ärzte des Hauses als auch niedergelassene Ärzte operieren können. So können wir Patienten ein hohes Maß an Sicherheit und Komfort bieten, erklärt von Mylius. Ein Teil der Bauchoperationen werde offen durchgeführt, ein Teil aber auch endoskopisch (Schlüsselloch-OP). Wenn nötig, könne diese moderne Operationstechnik in allen drei Operationssälen gleichzeitig durchgeführt werden, versichert von Mylius. Denn die drei erst im letzten Jahr eingeweihten Operationssäle seien auf dem neuesten Stand.
Unsere breite Leistungspalette auf so hohem Niveau zu halten gelingt uns, weil wir mit Fachkrankenhäusern und Maximalversorgern eng zusammenarbeiten, und so in alle aktuellen Entwicklungen einbezogen sind, so Dr. Friedhoff. Erstklassige Behandlungsergebnisse erreicht aber nicht der einzelne, sondern nur die Zusammenarbeit zwischen den niedergelassenen Ärzten und den Krankenhaus-Ärzten, OP-Personal Pflegepersonal und Physiotherapie, sagt Dr. Friedhoff. (lst)