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Hier wird man auch „Schwiegermuttergift“ los

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RHEIN-SIEG-KREIS. Welche Gifte die Bürgerinnen und Bürger in ihren Haushalten haben, davon bekommt man einen guten Eindruck, wenn man mal ins Innere des Umweltmobils schaut. Zu beiden Seiten stehen dicht verschließbare Metallcontainer und ebenso dicht zu schließende Fässer. Darauf prangt der Totenkopf mit zwei gekreuzten Knochen. Oder ein Aufkleber, der ein Reagenzglas zeigt, aus dem Tropfen fallen, die ein Stück einer Hand wegätzen. Bilder wie im Horrorfilm.

Das ist der Arbeitsplatz von Christoph Weigmann, der nicht umsonst bei der Annahme des von Bürgern gebrachten Sondermülls dicke Arbeitshandschuhe trägt. Er fährt seit Jahren im so genannten Umweltmobil durch den gesamten Rhein-Sieg-Kreis.

Bis zu drei Autobatterien pro Person oder 50 Kilogramm bei Farben und Lacken sind kostenlos. So kann man einiges wieder ordnungsgemäß loswerden, was man sich zuvor als Heimwerker- oder Hobbybedarf, als Haushalts-, Garten oder Autochemikalie ins Haus geholt hat. Etwa bestimmte Farben und Lacke, die dann oft jahrelang noch im Keller gestanden haben und die man nie mehr oder nicht zu Ende gebraucht hat. Die meisten Flüssigkeiten kann man ganz normal im Supermarkt oder im Handel kaufen.

Deshalb finden sich Produkte mit schadstoffhaltigen Anteilen auch in jedem Haushalt. Dazu gehören auch Holzschutz-, Schädlingsbekämpfungs- und Lösungsmittel, Putz- und Reinigungsmittel.

Aber Achtung! Am Umweltmobil müssen die Schadstoffe in so genannten Gebinden abgegeben werden, also etwa in verschraubbaren Gläsern und verschließbaren festen Plastikbehältnissen.

Abgegeben werden auch alte „Schätzchen" wie E 605. Das seit 2002 nicht mehr zugelassene Pflanzenschutzmittel sei früher als „Schwiegermuttergift" bezeichnet worden, erzählte Christoph Weigmann. Viele haben mittlerweile verstanden, dass Thermometer ebenso zum Sondermüll, also zum Umweltmobil, statt in die graue Tonne gehören, weil sie das giftige Quecksilber enthalten. Wozu aber jemand Quecksilber in einem verschraubten Glas gebraucht hat, das ebenfalls am Umweltmobil abgegeben wurde, blieb Weigmann unerfindlich. Hauptsache, es war dann bei ihm und damit in guten Händen, weil alles aus dem Umweltmobil zur ordnungsgemäßen Spezialentsorgung kommt.