Für winzige Frühchen ist eine Blutvergiftung besonders gefährlich. „Ihr Immunsystem ist noch nicht ganz ausgeprägt“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klaus Friese, der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch. Besonders bei Frühchen verursache eine Blutvergiftung - die als Folge einer Infektion auftrete - häufig weitere Probleme wie Gehirnblutungen.
Nicht immer infizieren sich die Frühchen laut Friese auf der Klinik-Station. Häufig löse eine Infektion der schwangeren Mutter eine Frühgeburt aus - der Erreger könne dann schon im Fruchtwasser auf das Baby übergehen. Daraus kann sich dem Experten zufolge auch Tage nach der Geburt eine Blutvergiftung entwickeln.
Eine Sepsis ist laut Klaus-Dieter Zastrow, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, für alle Patienten - auch Erwachsene - hochgefährlich: „Die Todesrate liegt bei 40 bis 60 Prozent.“ Die Überlebenschance hänge dann vor allem davon ab, wie schnell der Keim und ein geeignetes Antibiotikum gefunden würden: „Da zählt jede Stunde.“