Die Atommächte Indien und Pakistan sind seit ihrer Staatsgründung vor mehr als 60 Jahren verfeindet. Die englische Kolonialzeit in Indien endete 1947 mit der Teilung des Landes. Rund zehn Millionen Menschen wurden vertrieben: Muslime nach Pakistan, Hindus nach „Rest-Indien“. Mehr als eine Million Menschen wurde getötet.
Kaum unabhängig, kämpften Indien und Pakistan erstmals um die Himalaya-Region Kaschmir. Indien brachte den größeren Teil unter seine Kontrolle, die 1948 gezogene Waffenstillstandslinie ist bis heute die Grenze. Nach Unruhen in Kaschmir brach 1965 erneut ein Krieg aus. 1971 unterstützte Indien den Unabhängigkeitskrieg von Ost-Pakistan, dem späteren Bangladesch.
Die 135 Millionen Muslime Indiens genießen Religionsfreiheit. Ihr Anteil an akademischen Berufen liegt aber unter dem Bevölkerungsanteil von 13 Prozent.
2004 begann ein Friedensprozess zwischen Neu Delhi und Islamabad. Beide Länder haben einen Atomteststopp vereinbart, zwischen den Außenministerien eine Telefon-Hotline geschaltet und Verkehrsverbindungen wieder aufgenommen. Jetzt aber erinnern sich viele Menschen an den Anschlag auf das indische Parlament im Dezember 2001, für den ebenfalls Pakistan mitverantwortlich gemacht wurde. Damals mobilisierten beide Atommächte ihre Truppen. (dpa)