Meinen Lieblingsosterwitz muss man sich im alten Köln vorstellen, in St. Kunibert, Ostermesse, geknubbelt voll. Die Leute reiben sich die Hände, weil sie wissen, jetzt kütt dä Pastur met däm Osterwitz. Loss ens luure, wat dä so drupp hat. Und jetzt der Witz: Tünnes und Schäl, voll wie zwei Eimer, wanken durch Köln und kommen über den Friedhof Melaten. Melaten, das ist ja die Endstufe der drei Schritte Maleste, malad, Melaten. Sie gehen also über Melaten, und mitten auf dem Friedhof sinken sie in tiefen Schlaf. Am nächsten Morgen wird der Tünnes wach, luurt sich üm: Gräber, Gräber, so weit das Auge reicht nur Gräber. In dem Moment wird der Schäl wach. Sagt der, Tünnes, was ist los. Sät dä Tünnes: Was los ist, kann ich dir sagen. Auferstehung! Und wir zwei sind die ersten. - Und ich sage Ihnen, die Leute, die das gehört haben, haben mehr von Ostern verstanden als durch eine lange Predigt. Ich habe das noch zuletzt am Sonntag Laetare in der Kirche erzählt, die Leute schmeißen sich weg vor Lachen.
HintergrundMein Lieblingsosterwitz
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