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Hohe Bau- und Energiekosten gefährden bezahlbaren Wohnraum

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Frankfurt/Main – Die stark steigenden Bau- und Energiekosten gefährden dem Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft zufolge die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Die Baupreise seien in den vergangenen Jahren weit stärker gestiegen als die Verbraucherpreise insgesamt, sagte Verbandsvorstand Axel Tausendpfund am Mittwoch. „Die Baukosten laufen seit Jahren aus dem Ruder.” Die Mitgliedsfirmen hätten ihre Investitionen in Neubau und Bestand auf 1,52 Milliarden Euro (Stand 2021) gesteigert. Dennoch seien die Baufertigstellungen im vergangenen Jahr auf 1489 gesunken - 500 weniger als im Vorjahr.

Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft wolle die Preissteigerungen wenn möglich nicht auf die Mieten umlegen. Derzeit liege die durchschnittliche Netto-Kaltmiete bei den Mitgliedsunternehmen im Bestand mit 7 Euro pro Quadratmeter (Stand 2021) deutlich unter dem hessischen Vergleichswert. Dieser betrage 7,60 Euro, sei allerdings zuletzt 2018 ermittelt worden und daher vermutlich höher.

Auch die explodierenden Kosten für Gas verschärften die Lage. Die Mitgliedsfirmen erwarten nach einer Umfrage fast eine Verdreifachung der Kosten für die Gasversorgung, erklärte der Verband. Er vertritt rund 200 private und öffentliche Firmen der Wohnungswirtschaft in Hessen und dem südlichen Rheinland-Pfalz mit rund 400.000 Wohnungen.

Beim sozialem Wohnraum müsse die Politik ihren Teil beitragen, forderte Tausendpfund. Verlässliche und gute Förderprogramme seien unverzichtbar. Wegen gestoppter Programme der KfW-Bank zur Förderung energieeffizienter Gebäude hatte es wiederholt Ärger gegeben.

© dpa-infocom, dpa:220907-99-667155/2 (dpa/lhe)