Frankfurt/Main – Gegen fünf Betrüger, die mit der sogenannten Polizisten-Masche einen Schaden von rund einer Million Euro angerichtet haben, hat das Landgericht Frankfurt Haftstrafen verhängt. Der 55 Jahre alte Anführer der Gruppe erhielt am Donnerstag siebeneinhalb Jahre, die zwischen 43 und 59 Jahre alten übrigen Angeklagten Freiheitsstrafen von zwei Jahren bis vier Jahren und drei Monaten. In dem seit Mitte November laufenden Prozess ging es um 25 Einzeltaten, bei denen ältere Leute im ganzen Bundesgebiet um ihre Ersparnisse und Wertgegenstände gebracht wurden.
Die Opfer erhielten zunächst einen Telefonanruf, bei dem sich der Anrufer als Polizeibeamter ausgab und vor einer angeblich nahenden Einbrecherbande warnte. Um Geld und Wertsachen zu sichern, sollten sie in die Obhut eines Polizeikollegen gegeben werden. In einem Fall steckte ein 83-Jähriger zwei Kilogramm Goldbarren und eine größere Menge Goldmünzen in einen Plastikbeutel und legte ihn vor die Türe. Ein anderer Rentner büßte Bargeld, Münzen und wertvolle Plastiken im Wert von rund 240.000 Euro ein. Im Dezember 2020 wurden die Angeklagten festgenommen. Vor Gericht waren sie weitgehend geständig, was die Vernehmung der Geschädigten überflüssig machte.
Der Vorsitzende Richter sprach in der Urteilsbegründung von „einer der perfidesten Arten des Betruges”. Die Reihe der Opfer ziehe sich dabei quer durch alle Bildungsschichten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidiger hatten teilweise erheblich mildere Strafen beantragt.
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