MARIENHEIDE – Hohen Sachschaden verursachte in der Nacht zu gestern ein Feuer auf dem Gelände der Firma Risse in Marienheide. Gegen 1.30 Uhr war die Feuerwehr alarmiert worden. Über dem Galvanisierungsbetrieb an der Leppestraße stand eine Rauchsäule, aus dem Dach der Fabrik schlugen Flammen.
Der Brandherd sei in der Abwasseranlage gefunden worden, erklärte Geschäftsführer Dieter Risse. Im weiteren Verlauf griff das Feuer auf eine Produktionshalle über. Hier wurde eine Galvanisierungsanlage völlig zerstört. „Allein diese Maschine hat einen Wert von zwei Millionen Euro“, so der Geschäftsführer. Über die Brandursache herrschte gestern Unklarheit. Fakt ist: Gegen 22 Uhr war Schichtende, das Feuer müsse gegen Mitternacht ausgebrochen sein, vermutet Risse. Die Flammen seien auch aus dem benachbarten Zentrum für seelische Gesundheit beobachtet worden.
Die Feuerwehr Marienheide war mit allen vier Einheiten vor Ort. Verstärkung aus dem gesamten Kreisgebiet und Meinerzhagen wurde hinzugezogen. Insgesamt waren 140 Brandbekämpfer im Einsatz.
Zunächst konzentrierte sich die Feuerwehr darauf, ein Übergreifen der Flammen auf das Bürogebäude und eine Galvanikhalle zu verhindern. Danach drangen drei Einheiten in das Innere des Gebäudes ein. Der Außenangriff wurde mit zwei C-Rohren, einem Wenderohr und einem Dachwasserwerfer fortgesetzt. Gegen 3 Uhr war das Feuer unter Kontrolle.
Erschwert wurde der Einsatz durch die frostigen Temperaturen. Wasserdampf gefror in kürzester Zeit. Bis zum Ende des Einsatzes gegen 8.20 Uhr hatten sich zwei Feuerwehrleute durch Stürze auf Eisflächen verletzt.
Nach Auskunft von Dieter Risse bestand für die Anwohner keine Gefahr. So seien mehrere aus dem Gebäude geholte Propangasflaschen leer gewesen. Behälter mit Säuren und Laugen wurden in Sicherheit gebracht. Schadstoffmessungen zeigten keine ungewöhnlichen Werte an.
Gestern Nachmittag kümmerte sich der Geschäftsführer um einen Notfallplan. Befreundete Firmen übernehmen die laufenden Aufträge. Dieter Risse möchte die Produktion an den drei verbliebenen Galvanisierungsanlagen in vier Wochen wieder aufnehmen.
