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Hooligans schlugen sich in Altstadt-Kneipe

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Im „Gilden-Haus“ auf der Großen Budengasse blieb am Mittwochabend kein Stuhl mehr heil. Nach dem Champions-League-Spiel Bremen gegen Chelsea prügelten sich in dem Lokal am Rande der Altstadt deutsche und englische Fußball-Chaoten. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, berichtete der Inhaber, Ferdi Schran. Kurz nach 23 Uhr hätten die Gewalttäter mit Schlagstöcken, Stühlen und Tischen aufeinander eingeschlagen.

Die Kneipe glich nach der Prügelei einem kleinen Trümmerfeld. Die schwere Fensterscheibe wurde mit einem Pflasterstein eingeworfen, die Lichtreklame am Eingang muss genauso erneuert werden wie mehrere Tische, Stühle und die Jalousien an den Fenstern im hinteren Bereich des Lokales. Ferdi Schran ist über die Aggression der prügelenden Fans entsetzt: „Bei der Fußball-Weltmeisterschaft war alles harmonisch. Engländer und Schweden haben bei mir getrunken und friedlich gefeiert. Und nun das.“ Der Inhaber geht von einem Schaden von weit über 10 000 Euro aus.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei haben etwa 20 polizeibekannte Hooligans aus dem Raum Essen die englischen Fans provoziert, die für das Uefa-Cup-Spiel Leverkusen gegen Tottenham Hotspur angereist waren und in der Altstadt feierten. Zunächst hätten die Gewalttäter aus Essen im „Gilden-Haus“ gefeiert und seien danach aus dem Lokal gegangen, berichtete Polizeisprecher Jürgen Laggies. „Wenige Minuten später kamen die Männer wieder in die Gaststätte gerannt. Davor standen 80 Engländer, und es kam zu der Schlägerei“, so der Polizeisprecher weiter. Geschäftsführer Fredi Schran berichtete von mehreren vermummten Schlägern, die sich für die Prügelei extra einen Zahnschutz eingeschoben hatten. Fünf Engländer wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen, die deutschen Hooligans konnten flüchten. Am Donnerstagabend wurden in der Altstadt dann 19 deutsche Hooligans festgenommen. Mehrere Fußball-Chaoten waren extra aus Berlin angereist, um Randale zu machen, teilte die Polizei mit.

Oberstaatsanwalt Rainer Wolf hält die Essener und Berliner Szene für „gefährlich“. Viele von ihnen würden in der Datei „Gewalttäter Sport“ beim LKA geführt. Die Polizei war gestern bis in den späten Abend in Bereitschaft, um neue Ausschreitungen zu verhindern.