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Hortkinder wollen „Annette“ Danke sagen

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BORNHEIM. 15 ungewöhnliche, rote Plakate erregen derzeit die Aufmerksamkeit in Bornheims Innenstadt. Auf der Königstraße prangen sie in Fenstern und an Bushaltestellen sowie an der Litfasssäule. Darauf ist ein Brief in kindlicher Handschrift - mit rotem Stift geschrieben - abgebildet und gesucht wird „Annette“.

Besagte Annette hat für die 15 Kinder eines integrativen Hortes in Köln-Rodenkirchen etwas sehr Nettes getan. Angefangen hat alles mit einem Weihnachtswunsch von Paul. Paul ist sieben Jahre alt und ließ seinen Wunsch an einem Ballon in die Lüfte steigen. „Hallo! Hier ist Paul, ich wünsche mir den Römer von Playmobil. Bitte erfülle mir den Wunsch“, schrieb er auf eine Karte, die er an den Ballon band und zusammen mit den Wünschen der anderen Kinder seines Hortes Anfang Dezember am Rheinufer von Rodenkirchen auf eine ungewisse Reise schickte. „Wir von der Integrativen Hortgruppe veranstalten in jedem Jahr eine solche Lichtaktion, mit der wir Licht und Freude schenken wollen“, berichtet Leiterin Ulrike Hilbich, in deren Einrichtung Schulkinder mit und ohne Behinderungen nach der Schule betreut werden.

Eigentlich wollten die Kinder im Alter von sieben bis elf Jahren „Frohe Weihnachten“ und „Viel Glück im neuen Jahr“ wünschen, Paul schrieb stattdessen einen eigenen Wunsch auf. Und dann stand an einem Mittag kurz vor Weihnachten ein Paket vor der Tür des Hortes. Daran hing Pauls Karte. Eine Frau mit dem Namen „Annette“ hatte sie gefunden und erfüllte dem Jungen und den anderen Hortkindern seinen Wunsch. Es waren drei große Kartons mit Playmobilsachen darin und ganz viele Süßigkeiten. Ein Brief lag den liebevoll verpackten Geschenken bei: „Lieber Paul, ich habe bei meinem Spaziergang mit meinen Tieren Deine lieben Weihnachtsgrüße an einem Luftballon in Bornheim gefunden. Ich möchte Dir und Deinen Freunden im Hort schöne Weihnachten wünschen. Anbei auch einige Playmos zum Spielen für Euch alle im Hort. Liebe Weihnachtsgrüße, Annette.“ Immer noch nicht klar ist, wie es ihr gelang, das schwere Paket unbemerkt vor der Horttür zu deponieren. Dafür muss man quer über den Schulhof der Hauptschule gehen. Außerdem ist das Außentor meistens verschlossen.

Die Freude der Kinder über das Geschenk war groß, doch schon bald wollten sie unbedingt wissen, wer es ihnen gebracht hatte. Die Hortleiterin erinnert sich: „Sie konnten es einfach nicht fassen und wollen sich unbedingt bedanken.“ Auch sie selber ist ganz gerührt von der großzügigen und doch so bescheidenen Geste. „Die Kinder fragten immer wieder und immer weiter, bis wir beschlossen, Annette mit Plakaten zu suchen“, berichtet Hilbich. Ein Hortvater erklärte sich bereit, diese in Bornheim zusammen mit den Kindern aufzuhängen.

Kurz vor Weihnachten zogen sie los und brachten die roten Plakate an. „Bislang hat sich noch niemand darauf gemeldet“, bedauert Hilbich. „Die Gesuchte heißt Annette, hat Tiere und lebt wahrscheinlich in Bornheim. Mehr wissen wir von dieser Frau nicht.“ Die Kinder würden die bescheidene Spenderin so gerne zu einem Besuch in ihren Hort einladen und sich bedanken. Noch haben die glücklichen Kinder die Hoffnung nicht ganz aufgegeben.