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Hubert LudwikowskiAbschied von einem beliebten Pastor

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PULHEIM – Es war ein besonderer Wunsch von Pastor Hubert Ludwikowski, zur Verabschiedung in Kreise seiner jüngsten Gemeindemitglieder fotografiert zu werden. Offenbar ist das nun auch eine Altersfrage, lacht der scheidende Pastor: „Ich spiele jetzt eher schon die Opa-Rolle." Und er wird nicht müde, den Kleinen zu erklären, dass er nun mit 70 seinen Ruhestand antritt und künftig kein Pastor mehr ist. „Dann bist Du nur noch Mensch", ruft ein Junge altklug dazwischen, kaum ahnend, wie Recht er hat.

Doch Mensch, das war Hubert Ludwikowski eigentlich immer in all seinen 45 Priesterjahren, von denen er die letzten 25 Jahre Pastor der Kirchengemeinde Kosmas und Damian in Pulheim war. Nun heißt es Abschied nehmen.

Formal endet seine Amtszeit am 15. November. Am kommenden Sonntag, 7. November, wird der beliebte Priester feierlich verabschiedet. Nach einem Hochamt um 10 Uhr folgt anschließend ein Empfang mit vielen geladenen Gästen im Pfarrsaal an der Hackenboicher Straße. Dann werden auch Kinder des „Hackes", des Kindergartens, den Ludwikowski so liebte, ein Ständchen singen.

Ein bisschen trauert Ludwikowski um die vielen Kontakte, die er in Pulheim knüpfen konnte. Doch er sieht seinen Abschied auch ganz pragmatisch. „Ich bin nun 70 Jahre alt, 25 Jahre war ich in Pulheim. Da ist es Zeit, Schluss zu machen." Seine neue Wohnung in Brühl, wo er künftig ein wenig in der dortigen Gemeinde aushelfen wird, ist bereits bezogen. In Pulheim hat er nur noch ein „Notquartier". Auch sein Nachfolger steht fest. Es ist Thomas Schäfer. Am 1. Dezember soll er seinen Dienst antreten.

Am 16. August 1940 kam Hubert Ludwikowski als jüngstes von drei Kindern in Neisse / Schlesien zur Welt. Bereits kurz nach dem Krieg musste die Familie die Heimat verlassen. Nach einigen Zwischenaufenthalten ließ sich die Familie nahe Bonn nieder. Hubert Ludwikowski besuchte das hochangesehenen Aloisiuskolleg in Bad Godesberg und erwies sich als sehr guter Schüler. Besonders Sprachen hatten es ihm in der Jesuitenschule angetan. Er übersprang sogar eine Klasse.

Als er dort 1959 sein Abitur bestand, war sein Studienwunsch klar: Theologie sollte es sein. Und er wollte Priester werden. In Bonn studierte er unter anderem bei Joseph Ratzinger. Nach dem Examen 1963 folgten zwei Jahren Priesterseminar in Köln. Am 11. Februar 1965 wurde er mit 25 anderen Kollegen im Dom zu Köln von Kardinal Frings zum Priester geweiht.

Als Geistlicher

bei der Marine

Bis 1971 blieb er Pfarrer in Köln, bevor er dann über viele Jahre die abwechslungsreiche Aufgabe eines Militärgeistlichen annahm. Besonders an die Zeit bei der Marine erinnert er sich gerne. 1985 hörte er schließlich von einer freien Pfarrstelle in Pulheim. Er bewarb sich. „Ich wusste, dass Pulheim eine große Pfarrei ist, dass dort viele Menschen Leben. Das versprach viel Potenzial und Perspektiven."

Von seinen Geschwistern lebt noch Bruder Peter. Der Bergbauingenieur lebt heute in Friedberg in der Wetterau. Erst kürzlich war Hubert Ludwikowski zum 80. Geburtstag seines Bruders dort.