BERGHEIM – Hundetrainer Gary Pohl ist eine eindrucksvolle Erscheinung, groß gewachsen mit langen Haaren. Um vor allem seine vierbeinigen Gäste im Bürgerhaus Oberaußem zu begrüßen, ging er extra zu Boden. Auf den Knien wurden die Hunde gestreichelt und gekrault.
Dass Pohl ein großes Herz für den besten Freund des Menschen hat, war von Anfang an erkennbar. Er ist Hundetrainer des Tierheims Bergheim und lud am Samstag zu einem Hundeseminar ein.
Ihrem Hund etwas beibringen, das wollten neben 48 anderen Zuhörern auch Brigitte und Klaus Wurian aus Fischenich. Ihr Appenzeller Sennenhund ist erst ein halbes Jahr alt und durfte mitkommen, um sich von Tiertrainer persönlich ein paar Tipps abzuholen. „Außerdem wollen wir ihn noch nicht alleine zu Hause lassen“, erzählte sein Frauchen. Luis heißt der gelehrige Vierbeiner, benannt nach dem Bergsteiger und Schriftsteller Luis Trenker.
Neben zahlreichen Zweibeinern waren die Vierbeiner beim Hundeseminar zwar Willkommen, doch wusste Pohl: „Für die Hunde wird es bestimmt langweilig.“ Erstens verstünden sie ja unsere Sprache nicht, und selbst wenn sie es täten: „Die Hunde kennen ja ihr Verhalten. Aber die Menschen müssen noch einiges lernen.“
Pohl versteht sich nicht als bloßer Hundetrainer, sondern vielmehr als „Hund-Mensch-Trainer“. Er erklärte den Hundebesitzern und denen, die es noch werden wollen, wie sie das Verhalten des Tieres verstehen und positiv beeinflussen können. Viele Probleme seien oftmals in der Kommunikation zwischen Hund und Halter begründet.
Eine Grundregel lautete: „Bestrafen verboten!“ Richtiges Verhalten solle belohnt und Fehlverhalten unterbunden werden. Bestrafen zerstöre aber das Vertrauen des Tieres, und das sei wichtiger als der Respekt. Die Schwerpunkte des Seminars hießen „Verhalten“ und „Intelligenz“. Pohl las ein Bibelzitat aus dem Zweiten Buch Petrus vor: „Der Hund frisst noch einmal, was er eben herausgewürgt hat.“ Eine unappetitliche Vorstellung, die einen klugen Hintergrund habe. Hunde könnten ihre Mägen als Transportmittel benutzen und so ihre Beute für andere Rudelmitglieder befördern. Die Menschen lauschten interessiert, währen die anwesenden Bellos und Lumpis sich gähnend auf dem Fußboden fläzten.
„Wenn mein Hund Jagen geht und verschwindet, wie findet er den Weg zurück“, wollte ein Herrchen wissen. „Gegenfrage: Wieso bleiben sie stehen und warten?“, gab Pohl zurück. Es sei falsch, beim Spaziergang auf den Hund zu warten oder ihn zu rufen, wenn der stiften gehe. Für den Hund bedeute das nichts anderes als: „Ich bleibe hier und warte auf dich.“ „Das stimmt“, gab das Publikum Pohl Recht.
Pohl ist seit mehreren Jahren hauptberuflich als Trainer tätig, gibt Beratungs- oder Trainingsstunden. Der Kontakt ist über die Homepage möglich.
