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„Immer elegant und total schlagfertig“

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WESSELING. „Die Schule, das ist mein Leben“, sagt Irmtraud Tóth. Zwar hat sie keine Sorge vor dem Ruhestand, aber glücklich ist sie auch nicht darüber, dass sie ihren so geliebten Beruf künftig nicht mehr ausüben kann. „Die Schüler halten einen jung“, sagt sie.

Seit 1971 ist Irmtraud Tóth als Lehrerin für Geschichte, Französisch und katholische Religion an der Albert-Einstein-Realschule tätig. Zehn Jahre - von 1995 bis 2004 - war sie als Konrektorin in Overath tätig, bevor sie vor vier Jahren an die Albert-Einstein Realschule als Schulleiterin zurückkehrte.

Insgesamt war sie nun rund 40 Jahre im Schuldienst und hat in dieser Zeit mehr als 4000 junge Menschen nach erfolgreichem Schulbesuch ins Leben verabschiedet. „Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, diese jungen Menschen ein stückweit im Leben begleitet und geformt zu haben“, sagt sie.

Nun sind die Tage ihrer beruflichen Tätigkeit gezählt, zum 31. Juli geht Irmtraud Tóth offiziell in den Ruhestand. Erst vor wenigen Tagen feierte sie zusammen mit ihren Schülern ihren 65. Geburtstag. Da hatten sich alle ihre 640 Schüler im Treppenhaus versammelt um ihr ein Ständchen zu singen und eine Rose zu schenken.

Ihre Geschichtsklasse hat sie so charakterisiert: „Frau Tóth ist total schlagfertig, hat immer rot lackierte Fingernägel und eine super gestylte Frisur, stets top schicke Klamotten an und eine sexy Lederjacke“, gaben die Schüler ihrer Lehrerin sogar schriftlich.

Trotz ihrer drei Kinder war Irmtraud Tóth immer berufstätig. Ihr Abitur hat sie 1962 am Ursulinen-Gymnsium in Hersel gemacht. Im Köln, Bonn und Lausanne in der Schweiz studierte die junge Irmtraud Tóth dann auf Lehramt. Schon in ihrer Referendarzeit in Köln setzte sie sich selber die Priorität, neben Lehrinhalten auch Menschlichkeit zu vermitteln.

„Mir ist es wichtig, dass die Jugend trotz unterschiedlicher Meinung höflich, souverän und fair miteinander umgeht“, sagt sie. Als Lehrerin hat Irmtraud Tóth viele Reformen erlebt. Auch wenn sie längst nicht jede dieser Reformen persönlich gut fand, so hält sie die Ausdehnung der Unterrichtsstunden auf den Nachmittag eine für die Schüler wertvolle Neuerung.

Endlich könnten so auch wieder Fächer wie Kunst und Musik vermehrt unterrichtet werden. „Die musischen und künstlerischen Fächer formen die jungen Menschen sehr“, ist Irmtraud Tóth überzeugt.

Den Kindern von heute fehle es mitunter an Allgemeinwissen. „Ich würde mir wünschen, dass die Kinder und Jugendlichen auch viel mehr Allgemeinbildung lernen“, sagt sie. Lange schon hat sie deswegen ihren Schülern die Nachrichtensendungen als tägliches Pflichtprogramm ans Herz gelegt.

An Ruhestand denkt die 65-jährige Pädagogin jedoch trotz ihrer bevorstehenden Pensionierung noch lange nicht. Sicherlich, ihre Hündin - Labrador Luna - wird sich über die vielleicht längeren und ausgiebigeren Spaziergänge freuen.

Doch Irmtraud Tóth hat auch noch andere Pläne: „Möglicherweise möchte ich ein Geschichtsbuch über das 20. Jahrhundert schreiben“, sagt sie. Und auf die Frage warum, schmunzelt sie: „Weil ich mit keinem der vorhandenen Geschichtsbücher richtig zufrieden war.“

Auch Vorlesungen an der Bonner Universität will sie besuchen. Und dann ist da ja auch noch die Politik, für die Irmtraud Tóth als CDU-Politikerin sowohl im Kreistag als auch im Stadtrat von Wesseling tätig ist.

Ein weiteres Steckenpferd der 65-Jährigen ist der Wesselinger Orts- und Heimatverein, wo sie im Vorstand tätig ist. Als Geschichtslehrerin ist ihr diese Arbeit eine ganz besondere Herzensangelegenheit.

Faszinierend an der Geschichte findet sie unter anderem die Entwicklung des Menschen und was er alles aus sich und der Welt gemacht hat - von der Steinzeit bis heute ins 21. Jahrhundert.