FRECHEN. Wolfgang Petz tobt zwischen Kisten und Kartons hin und her. in der einen Hand das Handy, in der anderen Unterlagen und Listen. Augenblick, ich ruf gleich zurück, ruft er ins Mobiltelefon, um sich dann seinem Gegenüber zuzuwenden: Wo waren wir stehen geblieben?
In den Geschäftsräumen der Firma Branchen & Business TV in der Frechener Burghofstraße herrscht Hektik. Es gibt noch vieles zu organisieren, zu bedenken und zu verabreden, bevor sich der 34 Personen starke Tross in Richtung alpine Bergwelt in Bewegung setzt.
Ziel von Wolfgang Petz und seinen Mannen ist Tirol / Österreich. Vom 4. bis 12. Januar findet dort das Fressnapf Alpirace statt. Dabei handelt es sich um das erste verbandsübergreifende SprintEtappen-Rennen in der Geschichte des Schlittenhundesports.
Es gibt drei Verbände und - ähnlich wie beim Boxen - tritt jeder Aktive eigentlich nur bei den Wettkämpfen seines Verbandes an, erklärt Wolfgang Petz, der in den neunziger Jahren selber mal Weltmeister im Schlittenhunderennen war. Mich hat das immer gewurmt, dass es keine Möglichkeit gab, gegen Titelträger anderer Verbände anzutreten.
Jetzt hat er es geschafft, diese Idee umzusetzen. Mit der Resonanz ist Petz zufrieden: Wir haben Meldungen von 83 Gespannen. Insgesamt werden über 1000 Schlittenhunde zusammenkommen.
In drei Klassen wird im Lechtal, im Pitztal und in Nauders gestartet: Beim Skijöring geht der Musher (der Schlittenhundeführer) auf Langlaufskiern mit ein oder zwei Hunden auf eine zwölf Kilometer lange Strecke an den Start, Die Hunde werden an einer Leine geführt. In der Limited Class, ebenfalls über zwölf Kilometer, startet der Musher mit sechs Hunden vor dem Schlitten.
Und in der Königsklasse, der Unlimited Class, müssen mindesten zehn, höchsten aber 16 Hunde vor den Schlitten gespannt werden. Hier sind etwa 20 Kilometer zu bewältigen: Männer und Frauen werden gemeinsam bewertet.
Branchen & Business TV ist der offizielle Veranstalter des Alpirace 2006. Allein 14 Mitarbeiter sind für die TV-Produktion eingeplant. Fünf Kameras werden entlang der Strecke oder auf Motorschlitten die Rennen begleiten. Für die Bearbeitung der Filme werden drei Schnittplätze mitgeführt, die Überspielung zu den Sendeanstalten wird über einen SNG-Truck erfolgen, der die Bilder per Satellit verbreitet.
Herr Petz, wann kann die deutsche Welle die Bilder vom Weltrekord bekommen? Soll ich beim ORF eine Leitung anmieten? Die Frage seiner Mitarbeiterin erinnert den Chef daran, dass er doch noch was vergessen hat: Auf dem Reschenstausee werden wir am 10. Januar eine Sonderprüfung fahren: Es geht um einen Weltrekordversuch über taussend Meter bei fliegendem Start. Der alte Rekord eines Österreichers mit 1:36 Minuten stammt von 1992.