Erftstadt – Als Daniel Lantelme (25) im Alter von zwölf Jahren einen alten Film von Edgar Wallace im Fernsehen sah, war er von der ersten Minute an begeistert. Der alte Werbespruch „Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein“, bestätigte sich bei dem kleinen abenteuerlustigen Jungen einmal mehr.
Besonders faszinierte ihn die fantasievolle Inszenierung der Filme, die im Kontrast zu heutigen Kriminalserien stehen. „Die früheren Filme haben keinen Anspruch auf Realität und spielen mit Klischees, aber gerade das macht sie so liebenswert. Sie sind mit einem Augenzwinkern hergestellt und manchmal bis ins Groteske übersteigert“, so der junge Mediengestalter aus Erftstadt-Herrig.
Um sich weiter über Edgar Wallace zu informieren, schaltete er den Computer an und durchforstete das Internet - ohne großen Erfolg. Deshalb beschloss er wenige Jahre später, selbst eine Internetseite mit einem angeschlossenen Diskussionsforum aufzubauen. Schnell fanden sich viele Gleichgesinnte, und heute beherbergt das Internetforum rund 900 registrierten Mitglieder und über 67 000 Beiträge, die in den vergangenen zehn Jahren geschrieben wurden. Damit ist die Website von Daniel Lantelme das weltweit größte Internetportal zum Thema Edgar Wallace.
Ein besonderes Erlebnis war für ihn, als er die Möglichkeit hatte, einige Schauspieler der Filme, wie Grit Böttcher, Karin Baal oder auch Eddi Arent, persönlich kennen zu lernen. Auch die bekennenden Edgar-Wallace-Fans Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka und Oliver Welke haben bereits Lantelmes Forum durchstöbert, um Reaktionen auf ihre Wallace-Parodie „Der Wixxer" einzufangen.
Edgar Wallace, der zwischen 1875 und 1932 lebte, wurde wegen seiner über 160 Romane sowie seiner unzähligen Kurz- und Sachgeschichten bekannt. Zu seinen Haupterfolgen zählen die Kriminalromane „Der Hexer“, „Der Zinker“, „Der Frosch mit der Maske“ oder auch „Das Gasthaus an der Themse“. Kurz vor seinem Tod lieferte der gebürtige Londoner, der in seinem Leben sowohl Armut als auch Reichtum kennen lernte, noch den ersten Drehbuchentwurf für den legendären Filmerfolg „King Kong“ ab.
Als Betreiber der Website und Experte für Filme der 60er Jahre, wurde Daniel Lantelme auch von Fernsehanstalten, wie zuletzt von Sat1 um sein fachliches Wissen gebeten. In England ist Edgar Wallace mittlerweile nicht mehr so bekannt wie bei uns. „Als ich dem ,London Press Club , dessen Mitbegründer Wallace war, erzählte, wie viel Zuspruch dieser in Deutschland noch erfährt, war man ganz begeistert und brachte einen großen Artikel“, erklärt Lantelme.
In Deutschland erinnert man sich an Edgar Wallace vor allem wegen der Verfilmungen seiner Romane, die zwischen 1959 und 1972 vorwiegend in Berlin produziert worden sind und Millionen Besucher in die Kinos lockten.
Bereits dreimal veranstaltete der 25-Jährige mit weiteren Filmfans Treffen in Berlin, wobei Kinovorführungen und Begehungen der zahlreichen Drehorte auf dem Programm standen. Die Idee dazu war entstanden, weil sich einige der Mitglieder bereits durch das Forum kannten und sich persönlich treffen wollten.