Wie geht es Ihnen acht Monate nach dem Einsturz des Stadtarchivs ?
Wir sind noch immer fassungslos. Es ist wie ein Trauma. Ich habe mit meiner Frau Elisabeth Dorothea noch immer nicht intensiv über den Einsturz und den Verlust unserer 500 Jahre alten Familiengeschichte gesprochen.
Glauben Sie, dass Sie den Nachlass der Familie noch einmal zu sehen bekommen?
Nein. Meine Frau und ich glauben nicht, dass wir davon noch etwas zurückbekommen. Wahrscheinlich werden wir erst in vielen Jahren erfahren, ob etwas gerettet wurde.
Haben Sie noch etwas aus der Familienchronik im Besitz?
Zum Glück ja. Wir schauen bei jedem Mittagessen drauf. Es ist ein Originalaquarell aus dem Jahre 1823. Es zeigt Heinrich von Wittgenstein, den ersten Präsidenten des Festkomitees Kölner Karneval.
Warum haben Sie gerade dieses Erbstück nicht dem Archiv übergeben?
Vor einem Jahr wurden wir bekniet, auch dieses Bild als Leihgabe dem Stadtarchiv zur Verfügung zu stellen. Aber wir haben uns dagegen entschieden. Nun haben wir es noch.
Haben Sie nach dem Einsturz wieder Kontakt zur Stadt aufgenommen?
Wir haben einen Tag gewartet, weil wir wussten, die Verantwortlichen sind im Stress. Dann haben wir verschiedene Telefonaten mit der Stadt geführt, E-Mails geschrieben, Hilfe angeboten und Fragen gestellt. Eine ernst zu nehmende Antwort gibt es bis heute nicht. Auch keine Entschuldigung. Es ist alles ein Wahnsinn.